USC Münster
Do., 26.03.2009
Unternehmen Jugend forscht
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Münster - Am Mittwochabend freute sich der finanziell gebeutelte USC Münster über „frisches Geld“. Der Rat der Stadt gewährte dem Volleyball-Club einen Zuschuss in Höhe von 200000 Euro. Damit ist die Bundesliga-Existenz der Frauen vorerst gesichert. „Unser Dank gilt den Politikern. Es ist ein klares Bekenntnis zum münsterischen Sport und zum USC“, sagte Präsident Matthias Fell am Tag danach.
Jetzt, wo die Unabhängigen wieder eine Zukunft haben, sollen alsbald die Pflöcke für die kommende Saison eingeschlagen werden. Um die wesentlichen sportlichen Belange werden sich Vizepräsident Jürgen Schulz in enger Absprache mit Trainer Axel Büring kümmern. „Sie erhalten ein Budget und können dann Verhandlungen mit jenen Spielerinnen führen, deren Verträge auslaufen. Ich glaube, dass es uns gelingt, die aktuelle Mannschaft zusammenzuhalten“, erklärt Fell. Inwieweit es noch ein Miteinander mit Anika Brinkmann geben kann, ist unklar. Der 22-Jährigen war vor einigen Wochen die Erstliga-Tauglichkeit abgesprochen worden. Als Konsequenz hatte ihr die Sportliche Leitung ein Sondertraining nahegelegt. Brinkmann (Vertrag bis 2010) schaltete einen Anwalt ein. Die Zeichen deuten auf Trennung.
Es ist anzunehmen, dass der deutsche Rekordmeister in den nächsten Jahren verstärkt auf junge Kräfte aus den eigenen Reihen setzt. Bereits in der laufenden Saison schnupperten Talente wie Sina Fuchs (16), Anna Hoja (17), Kim Behrens (16), Rebecca Schäper-klaus (16) oder Corinna Mommert (16) Erstliga-Luft. „Dieser Weg soll eine Fortsetzung finden“, bekräftigt Fell. Gut möglich, dass einige dieser Jugend-Nationalspielerinnen bereits in der nächsten Saison fest zum Stamm der „Ersten“ gehören.
Die Planung der nahen Zukunft ist für den USC ein Spagat zwischen wirtschaftlicher Verträglichkeit und sportlicher Herausforderung. Bis Ende 2011 möchte Fell den Club komplett entschuldet haben. Zeitgleich soll die erste Frauenmannschaft in der Liga wieder an Gewicht gewinnen. Auf leisen Sohlen sozusagen. Fells Erwartungen an die beiden nächsten Jahre: „Wir möchten uns auf einem guten Mittelfeldplatz stabilisieren und Überraschungen schaffen. Und dann müssen wir schauen, ob es mit dem nötigen Losglück nicht auch einmal wieder möglich ist, nach Halle zu kommen. Zum Pokalendspiel.“
Der USC hat wieder Ziele. Das dürfte auch die Sponsoren freuen, die sich gestern Abend auf Einladung des Clubs trafen. Fell bedankte sich ausdrücklich für die Partnerschaft und das Vertrauen „in die Marke Volleyball.“ Wunderdinge versprach er den Förderern nicht. „Wir werden das Bestmögliche geben. Aber es wäre vermessen, jetzt zu sagen, dass wir in den nächsten zwei Jahren um die Meisterschaft spielen.