Zukunft Münsterland
Mo., 30.03.2009
„Das Münsterland ist unsere Vorzeigeregion“
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Münster/Düsseldorf - Die Krise trifft alle - aber nicht alle gleich hart. Das Münsterland hat im Vergleich zu anderen Regionen viel bessere Chancen, die Herausforderungen zu meistern, betont Werner Marquis, Sprecher der NRW-Arbeitsagentur, im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Martin Ellerich.
Woran denken Sie bei dem Begriff „Münsterland“?
Marquis: Ganz klar: An Lebensqualität, an reizvolle Landschaft und nette Menschen. Dienstlich denke ich an eine gute Infrastruktur, ein vielfältiges Wirtschaftsszenario. Aus den Schwierigkeiten der Vergangenheit ist eine lebendige Wirtschaft gewachsen, mit vielen innovativen, kleinen und mittleren Unternehmen. Das war ein gelungener Strukturwandel.
Sie spielen auf den Zusammenbruch der westfälischen Textilindustrie an.
Marquis: Genau. Die Menschen im Münsterland haben in den 70er und 80er Jahren einen sehr harten Schlag, einen tiefen Schnitt erlebt. Der Strukturwandel hat sich hier fast über Nacht vollzogen, sehr hart und sehr schmerzhaft. Das hat viele Härten für viele Menschen bedeutet. Aber der hohe Leidensdruck hat zu schnellen Veränderungen geführt. Der Strukturwandel ist hier sehr gut gelaufen - vor allem, wenn man sieht, wie sich das im Ruhrgebiet weiter hinzieht. Im Münsterland gab es ein hartes Ende mit Schrecken - aber eben keinen Schrecken ohne Ende.
Worauf ist der Erfolg zurückzuführen?
Marquis: Die Leute haben sehr flexibel reagiert, das mussten sie schon immer. Sie haben kräftig in die Hände gespuckt. In der Logistik und bei Dienstleistungen, aber auch in völlig neuen Gebieten wie EDV und Windkraft sind recht zügig viele neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Auf der anderen Seite gibt es einen sehr guten Zusammenhalt in der Region, der sicher vieles leichter gemacht hat.
Die westfälische Mentalität zahlt sich also aus...
Kann das Münsterland gestützt auf diese Erfahrungen gelassen in die Krise gehen?
Marquis: Die Krise wird alle treffen, auch das Münsterland. Aber das Münsterland geht von einem hohen Niveau in die Krisenzeiten. Die Arbeitslosigkeit war ja bislang vergleichsweise niedrig: Zum Teil stand eine vier vor dem Komma - das ist doch fast Vollbeschäftigung. Dazu gibt es viele Klein- und Mittelständler, die oft von der Krise nicht so stark getroffen werden, weil sie hochflexibel reagieren können. Und eine große Aktiengesellschaft steht eben auch unter einem ganz anderen Druck als ein langfristig orientierter eigentümergeführter Betrieb, wenn einmal die Quartalszahlen nicht stimmen. Und das Münsterland ist nicht so stark auf eine einzige Branche ausgerichtet.
Das Münsterland steht vergleichsweise gut da?
Marquis: Das Münsterland ist schon unsere Vorzeigeregion. Kurz gesagt: das Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalens.
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