Do., 07.05.2009

Filmrezensionen „Wasser und Seife“: Hamburg-Doku

Monika rechnet ihre Einkünfte durch, kommt auf 150 Euro, die ihr monatlich zum Leben bleiben und diagnostiziert: „Mittelschicht.“ Samt Hündchen Bonnie wohnt sie in Hamburg-Wilhelmsburg, wo es mit hanseatischem Wohlstand nicht weit her ist...

Monika rechnet ihre Einkünfte durch, kommt auf 150 Euro, die ihr monatlich zum Leben bleiben und diagnostiziert: „Mittelschicht.“ Samt Hündchen Bonnie wohnt sie in Hamburg-Wilhelmsburg , wo es mit hanseatischem Wohlstand nicht weit her ist, doch jeden Morgen bewegt sie sich in den mondänen Elbvorort Groß-Flottbek, wo die Betuchten residieren.

Sie schuftet dort in einer Wäscherei, was kein Spaß ist, wenn man auch im Hochsommer im Dampf der Heißmangel steht. Susan Gluth hat über Monika und ihre zwei Kolleginnen eine wunderbare Dokumentation gedreht, eine Sozialstudie über bittere Zustände im normalen deutschen Alltag, über Menschen, die sich Würde und Respekt aber dennoch nicht abtrotzen lassen.

Und wenn Terrier Bonnie seine Herztablette bekommen hat und auf der Fensterbank die Sonnenblume blüht, entfaltet selbst Wilhelmsburg seinen Charme. Sehenswert.

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