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Do., 25.06.2009

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Pop-Kunst im Quadrat: Die Pet Shop Boys in Köln

Sänger Neil Tennant vor einer Projektion von Keyboarder Chris Lowe. Die Pet Shop Boys interagieren kaum, konzentrieren sich ganz auf ihre Musik.Foto: (dpa)

Köln - Da sind sie also. In der Mitte Neil Tennant. Zu seiner Linken Chris Lowe, eingemauert von Monitoren und Synthesizern. 25 Jahre nach „West End Girls“ ist bei den Pet Shop Boys alles beim Alten. Allenfalls Sänger Tennant ist in Ehren leicht angegraut. Bei Lowe ist das schwer zu sagen. Das musikalische Rückgrat des Duos trägt die obligatorische Baseball-Kappe samt Sonnenbrille - immer passend zur Jacke, die er mehrfach am Abend wechselt. Tennant trägt konsequent alle Variationen von Schwarz.

Große Gesten waren nie das Ding der beiden Briten. Dafür flimmert hinter den Pet Shop Boys ein wahnwitziges Multimediaspektakel über eine Wand aus weißen Würfeln. Überhaupt die Würfel: Die Quader, mit denen die Pet Shop Boys auch ihr jüngstes Album „Yes“ verziert haben, sind der rote Faden des Abends im Kölner Palladium.

Am Ende des ersten Viertels bricht die Mauer hinter dem Duo zusammen. Weißgekittelte Arbeiter mit jungfräulich glänzenden Sturzhelmen sind den Rest des Abends damit beschäftigt, die Blöcke zu immer neuen Bühnenbildern mit Treppen und Wänden zu stapeln, auf denen die vier Background-Sänger ihr Ballett aufführen. Tennant und Lowe schichten derweil ihre Hymnen zu einem Gesamtkunstwerk auf. In „Go West“ mischen sich Takte von „Paninaro“. Aus „Se A Vida E“ wird unvermittelt „Domino Dancing“. Und plötzlich trägt Tennant Krone und Umhang, singt „I used to rule the world“ während sein Nebenmann die Takte von Coldplays „Viva la Vida“ als Baustein in das Kunstwerk einsetzt. Die Zeit ist an uns vorübergegangen, scheinen die Pet Shop Boys zu sagen.

Das Publikum hingegen ist sichtlich mit der Zeit gegangen. „Life is much more simple when youre young“ - „Das Leben ist einfacher, wenn du jung bist“, gibt Tennant den 4000 in Köln mit auf den Weg. Das kann das Auditorium problemlos unterschreiben. Das Jugendzimmer ist dem Reihenhaus gewichen. Zu Hause wartet der Babysitter. Dafür stehen draußen vor der Halle Kombis in gedeckten Farben aus Ingolstadt und Sportwagen aus Zuffenhausen. Es ist der perfekte Zeitraffer an einem unwürdigen Ort: Das schlauchartige „Palladium“ mit seinen vielen Pfeilern engt die aufs Breitwand-Format angewiesene Show der Pet Shop Boys unnötig ein.


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