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So., 26.07.2009

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Schlaflos in Mexiko

Großer Augenblick: Ines Bathen vom USC hält nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Mexiko die Siegertrophäe in der Hand. Foto: (Conny Kurth)
Von Heiner Gerull

Mexicali / Münster - Mit überwältigenden Erlebnissen kehrt Ines Bathen heute von der Volleyball-Weltmeisterschaft der Juniorinnen in Mexiko zurück. Nachdem die Spielerin vom USC mit der deutschen Nationalmannschaft am Samstag im Halbfinale zunächst Bulgarien mit 3:0 (25:21, 25:12, 27:25) bezwungen hatte, demonstrierte die DVV-Auswahl im Finale gegen die Dominikanische Republik einmal mehr eindrucksvoll ihre Stärke und sicherte sich mit einem weiteren 3:0 (28:26, 26:24, 25:16)-Erfolg den Weltmeistertitel. Es war 4.40 Uhr mexikanischer Ortszeit, als Ines gestern ihre Eindrücke schilderte: „Was hier passiert ist, habe ich noch nicht wirklich realisiert. Das werde ich wohl erst in einige Wochen begreifen, wenn ich wieder in Münster bin.“ Die Schülerin des Sportinternats hatte in der Nacht kaum geschlafen: „Es blieb ja nicht mehr viel Zeit bis zum Rückflug. Aber ein bisschen gefeiert haben wir schon.“ Bathen und ihre Teamgefährten hatten allen Grund, diesen Triumph auszukosten, gaben sie doch während des gesamten Turniers nur drei Sätze ab.

In der Tat war es phänomenal, was die deutsche Juniorinnen-Nationalmannschaft in den beiden mexikanischen WM-Austragungsstätten Tijuana und Mexicali abgeliefert hatte. Acht Siege in acht Spielen und das innerhalb von nur zehn Tagen - mit dieser grandiosen Bilanz übertraf das Team von Trainer Han Abbing sämtliche Erwartungen. „Natürlich hatten wir uns einiges vorgenommen. Dass wir aber Weltmeister werden, damit hatten wir nicht gerechnet“, sagte Bathen.

Die 18-Jährige brauchte denn auch nicht lange zu überlegen, welche Tugenden dem DVV-Team den Titel bescherten. „Wir waren sicher in der Annahme und stark im Aufschlag. Zudem haben wir uns von Rückschlägen nicht beeindrucken lassen, sondern sind immer wieder zurückgekommen. Diese Moral war ausschlaggebend“, verkündete die 18-Jährige.

Mit Fug und Recht konnte die Außenangreiferin vom USC dies behaupten. Vor allem im hart umkämpften Finale gegen die Dominikanische Republik, in dem die Deutschen in den ersten beiden Sätzen hinten lagen, brachte der unerschütterliche Glaube an die eigene Stärke die Wende. Als der Widerstand der Spielerinnen von der Karibikinsel gebrochen war, hatte das DVV-Team im dritten Satz leichtes Spiel. Mit dem 3:0-Erfolg und dem Gewinn des WM-Titels feierten die deutschen Mädchen zugleich den mit Abstand größten Erfolg in der Geschichte der deutschen Volleyball-Juniorinnen.

Aufgewertet wurde der Sieg auch deshalb, weil die Mannschaft umziehen musste. Fanden die ersten Spiele in Tijuana statt, so ging es in der Finalrunde in Mexicali, der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Baja California, weiter. Gestern reiste die deutsche Delegation von Mexicali über Tijuana nach San Diego in den amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Von dort aus flog das Team nach einem Stopp in New York nach Berlin. „Für mich war es ein fantastisches Erlebnis; das größte, das ich in meiner Laufbahn erleben durfte“, schwang in ihren Worten spürbar Ergriffenheit mit.


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