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Mo., 28.09.2009

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Grüne suchen ihre neue Rolle

Richtungweisend: Cem Özdemir (l.) und seine Kollegin an der Parteispitze, Claudia Roth.Foto: (dpa)

Berlin - Die Sitzordnung im künftigen Bundestag spricht eine klare Sprache. Die Grünen sitzen wieder eingeklemmt zwischen der SPD und der CDU/CSU. Doch mehr als jemals zuvor beschreibt diese räumliche Platzierung im Parlament die strategische Aufgabe...


Berlin - Die Sitzordnung im künftigen Bundestag spricht eine klare Sprache. Die Grünen sitzen wieder eingeklemmt zwischen der SPD und der CDU/CSU. Doch mehr als jemals zuvor beschreibt diese räumliche Platzierung im Parlament die strategische Aufgabe der grünen Partei. Besetzt sie den ihr zugewiesen Platz der Mitte auch inhaltlich, wird sie zu einer eher links-liberalen Partei? Oder pflegt sie ihr rot-grünes Erbe und versucht im Schlepptau der zu erwartenden rot-roten Annäherungsversuche in einem neuen Linksbündnis die schwarz-gelbe Regierung anzugreifen?

Bei den Grünen war am Tag „eins“ nach der Wahl noch vorsichtiges Tasten angesagt. Die erste Personalentscheidung gibt allerdings schon eine Richtung vor. Fritz Kuhn, Realopolitiker und einstiger Joschka-Ziehsohn, muss seinen Posten räumen. An seine Stelle rückt Jürgen Trittin zum neuen Fraktionschef auf. Renate Künast bleibt Fraktionsvorsitzende und wird die Wendung vollziehen müssen, von einer linken Vertreterin im grünen Spektrum zur Sachwalterin der Realo-Gruppierung zu werden. Nach dieser Bundestagswahl treten die schon vergessenen Strömungen wieder stärker zutage.

Für Trittin ist der Kampf gegen Schwarz-Gelb und die „Radioaktiven“ die notwendige Hauptstoßrichtung. „Es wird viel mehr Politik wieder auf der Straße stattfinden“, kündigt Fraktionsvize Bärbel Höhn schon mal an, gesellschaftliche Proteste organisieren zu wollen.

Da klingt Parteivorsitzender Cem Özdemir doch anders. Er will, dass die Grünen, obwohl nur fünftstärkste Kraft im Bundestag, die Oppositionsführerschaft an sich reißen. Die Schwäche der SPD treibe die Grünen in diese Rolle. „Es gibt keine natürlichen Bündnisse“, versucht er die Tür in Richtung einer schwarz-grünen Mehrheit in irgendeiner fernen Zukunft offen zu halten. Doch wie viel Einfluss er noch haben wird, ist unklar. Im neuen Bundestag wird er nicht sitzen.

„Opposition ist angesagt - und zwar knallgrün“, so erklärt es die zweite Parteivorsitzende in ihrer Art. Doch auch was mit Claudia Roth wird, liegt auch noch im Dunkeln des gerade beginnenden grünen Findungsprozesses.


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