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Do., 08.10.2009
"Mein halbes Leben": Erfolgloser filmt
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Früher gerieten gestandene Angestellte noch mit Mitte Vierzig in die Midlife-Krise. Deren zentrale Frage lautete: „Das soll jetzt alles
gewesen sein?“ Heute, im Casting- und Controlling-Zeitalter, hat sich längst die Quarterlife-Krise durchgesetzt, und schon der 30. Geburtstag bietet Anlass zu niederschmetternder Bilanz. Die hat am nämlichen Tag auch der Österreicher Marko Doringer gezogen: Kein fester Job, Studium abgebrochen, keine Frau, Kinder sowieso nicht, dafür Psychotherapie, Neid und Selbstmitleid. Klingt grausam?
Ist es nicht. Denn Doringer schnallt sich eine Kamera auf den Kopf und zieht los, um als angenehm ironisch-distanzierter „Forscher“ bei strebsameren Menschen nachzufragen, wie das denn nun so geht mit dem Glücklichsein. Doch die Freunde von einst, die es nach landläufiger
Meinung alle schon „zu etwas gebracht“ haben, entpuppen sich beim Wiedersehen als ebenso unzufrieden: Der erfolgreiche Sportjournalist hasst seinen Job, der Manager hockt die ganze Woche in Bulgarien und sieht seine Kinder nie, die Modedesignerin scheitert daran, Arbeit und Kinderwunsch zu synchronisieren.
Wer wissen will, was die Generation der Thirtysomethings umtreibt, wer ihre vermeintliche Luxus-Not verstehen möchte, wie bloß in einer Welt voller Optionen das Glück zu finden sei, der ist in dieser preisgekrönten, ebenso witzigen wie nachdenklichen Doku richtig.
Gerade im Spiegel der Elterngeneration, die auf heutige Freiheiten ebenso besorgt wie bisweilen neidisch blickt und trotzdem die sichere Rente zum Fluchtpunkt allen Strebens erklärt, schärft sich das zerfahrene Profil der heute 30-Jährigen. Die bekommen, scheints, ihr Dasein nicht in den Griff. Obwohl sie doch alles haben. Vor allem: die Wahl. -
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