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Fr., 26.03.2010

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Zum Ruhme Westfalens

Urkunde für einen echten Westfalen (v.l.): Hans Tietmeyer, Laudator Jean-Claude Trichet und Franz-Josef Hillebrandt von der Stiftung Westfalen-Initiative. Foto: (Jürgen Peperhowe)
Von Elmar Ries

Münster - In den vergangenen Jahren, das darf man wohl sagen, fristete die „Westfälische Ehrengalerie“ ein wenig so etwas wie ein Mauerblümchen-Dasein. In einem gediegenen, gleichwohl bescheidenen Rahmen verlieh die auslobende Stiftung Westfalen-Initiative ihre Auszeichnung jeweils an eine historische und eine gegenwärtige Persönlichkeit. In diesem Jahr aber war alles anders.

Großer Bahnhof am Freitagabend in Münster, Empfang im Festsaal des Rathauses, Pomp und auch ein wenig Glamour: Aufgenommen in die Ehrengalerie wurden der frühere Bundesbank-Präsident Prof. Hans Tietmeyer und als dessen kongenialer Konterpart aus der Geschichte Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein, der große Reformer.

Seit 2002 zeichnet die Westfalen-Stiftung alle zwei Jahre jeweils zwei Personen aus, die sich um die Förderung Westfalens verdient gemacht haben. Immer ist es ein Zeitgenosse und eine historische, sprich verstorbene Persönlichkeit, „die eben als Pärchen stimmig sein müssen“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Franz-Josef Hillebrandt.

Diesmal also Tietmeyer und Stein. Jeder zu seiner Zeit Reformer, beide mit Westfalen verbunden. Der erste, weil er dort geboren wurde, der andere, weil er dort seinen Lebensabend beschloss. Tietmeyers Bedeutung als „Architekt der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion reicht natürlich weit über Westfalen hinaus“, betonte Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, der die Laudatio auf den in Metelen geborenen Tietmeyer hielt.

Der zweite im Bunde, Freiherr vom Stein, wurde vertreten durch seinen Urururenkel Sebastian Graf von Kanitz. Der, wie die knapp 180 anderen Gäste des Ehrenabends, hörte die Worte des Historikers und Stein-Biografen Prof. Heinz Duchardt gerne, der mit einem Apercu beendete: „Der naturalisierte Westfale, der Herzens-Westfale Stein hätte sich über die Ehrung gefreut und dankt durch seinen Biografen.“


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