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Wanga statt Schland: Münsteraner schrieb WM-Lied für sein Heimatland Ghana

Donnerstag, 17.06.2010, 07:06 Uhr

Münster - Bawa Abudu ist bester Laune. Es geht um Fußball und Musik - die ideale Mischung in diesen Tagen. Ghana , sein Heimatland, hat das Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gegen Serbien mit 1:0 gewonnen, und Bawa Abudu hat vielleicht das Lied dazu geschrieben. „Wanga Yure“ heißt es, übersetzt bedeutet das soviel wie „Siege zelebrieren“. Es könnte der zweite Fußball-Hit aus Münster werden - neben „Schland o Schland“.

Bawa Abudu, mit bürgerlichem Namen John Birresborn , ist Mitarbeiter an der Agravis-Tankstelle am Industrieweg. Der Sohn eines Stammesfürsten ist großer Fan der „Black Stars“, wie die Nationalelf in dem westafrikanischen Land heißt, und seit vielen Jahren im Musikgeschäft tätig. Vor einem halben Jahr ging ihm die Idee zu „Wanga Yure“ durch den Kopf. Die Zeilen, die er in seiner Muttersprache Hausa verfasste, spiegeln die Geschichte des ghanaischen Fußballs wider.

Vor allem in den 60er Jahren waren die Kicker von der Atlantikküste die bestimmende Macht auf dem Kontinent; 1963 und 1965 wurde der Afrika-Cup - das Gegenstück zur Europameisterschaft - gewonnen, 1968 und 1970 standen die Black Stars außerdem im Endspiel. Nach einem der großen Siege wurde vom Staat das Motto „Wanga Yure“ ans Volk ausgegeben.

Glaubt man Bawa Abudu, war das kaum nötig. „In Ghana sind alle fußballverrückt, egal, ob Kind oder Oma, alle.“ Und gefeiert wird auch dort mit Vuvuzelas - „die echten sind aus Antilopenhorn“ - und, nicht zu vergessen, mit den sprechenden Trommeln. Die werden während eines Spiels kräftig geschlagen und sollen den Fußballern Kraft geben, selbst wenn die Tausende Kilometer entfernt auf dem Rasen stehen. „Eine spirituelle Sache“, erklärt Bawa Abudu.

Weniger spirituell, dafür umso poppiger ist sein „Wanga Yure“, Synthesizer-Sounds unterlegen die eingängige Melodie, im Text wird an Ghanas Elf appelliert, zum Geist der alten Helden aus den 60ern zurückzufinden - dann könnte es mit dem WM-Titel klappen.

Sein von der Berliner Plattenfirma Trigger Jam Records vermarktetes Lied, erzählt Bawa Abudu, ist inzwischen sowohl bei deutschen Radiosendern zu hören, als auch auf afrikanischen Stationen.

Den Durchbruch könnte „Wanga Yure“ in Ghana spätestens am kommenden Mittwoch schaffen. Dann steht für die Black Stars das letzte Vorrundenspiel an - gegen niemand Geringeren als Deutschland! „Ich tippe auf ein 1:0 für uns“, sagt Bawa Abudu, lacht wieder einmal fröhlich und verabschiedet sich mit einem leise gesummten „Wanga Yure“.

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