Lenz-Thema
Sa., 31.07.2010
Bekannte Jugend-Studien
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Die Shell-Studie:
Genauso wie Fußballstadien mittlerweile nicht mehr nach Fußballern oder Ortsteilen benannt werden, sondern mehr oder minder schicke Sponsorennamen tragen, wird die „Shell-Jugendstudie“ vom Ölkonzern Shell gesponsert. Die Studien erscheinen alle vier Jahre. Seit ein paar Jahren ist Prof. Klaus Hurrelmann Chef der Shell-Studien. Die Ergebnisse der nächsten Studie erscheinen in diesem Herbst. Befragt wurden insgesamt 2500 Jugendliche.
Die Wissenschaftler fragen dabei immer wieder nach der Lebenssituation, den persönlichen Einstellungen und Orientierungen. Das Ergebnis: Gut 80 Prozent sind mehr als zufrieden, 20 Prozent haben Probleme, all das zu bekommen, was die anderen kriegen. Hier geht´s dann meist auch um die Lebenssituation der Eltern, wie sich zum Beispiel Arbeitslosigkeit auf die Situation von Kindern und Jugendlichen niederschlägt. Die Studie legt alle vier Jahre den Fokus darauf, was „die Jugend“ bewegt. Persönlich, politisch, religiös. Die Ergebnisse sind so breit und verlässlich angelegt, dass die Shell-Jugendstudien immer wieder als Grundlage in diverse politische Entscheidungsprozesse einfließen.
www.shell-jugendstudie.de
Die Jim-Studie:
Die Jim-Studie untersucht das Medienverhalten von Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren. Erarbeitet wird die Studie vom Medienpädagogischen Forschungsverband, der unter anderem aus den Landesanstalten für Medien aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg besteht. Die Fokussierung auf die Untersuchung der Mediennutzung und des Verhaltens in den Medien („Medien“ heißt so viel wie Zeitung, Internet, Handy, Fernsehen und Co.) liegt in der grundsätzlichen Aufgabe der Landesmedienanstalten.
Die Landesmedienanstalten sind in Deutschland die Aufsichtsbehörden für Radio, Fernsehen und Internet. „Die Studien sind für uns notwendig, damit wir nicht nur aus persönlichen Erfahrungen urteilen. Wir als Landesmedienanstalt müssen Medienkompetenzen vermitteln, und wir müssen wissen, welche Gewohnheiten existieren, damit wir wissen, wo Defizite sind und welche Medien wirklich viel genutzt werden.“, sagt Thomas Rathgeb, Kommunikationswissenschaftler an der Landesanstalt für Medien Baden-Württemberg. Auch die Arbeiten dieser Forschungsgruppe finden sich oft als Grundlagen für politische Entscheidungen wieder.
www.mpfs.de/index.php?id=11
Die Jugend-Verbraucheranalyse:
Die JugendVA ist eine schicke Abkürzung und bedeutet ausgeschrieben „Jugend Verbraucheranalyse“. Gefragt sind auch hier Zielgruppen. Analysiert werden als „Jugend“ hier allerdings nur die 13- und 14-Jährigen in jugendrelevanten Themen. Wer trägt was, wer trinkt was, wer schaut was … und, und, und.
Durchgeführt wird die Analyse von Zeitschriftenverlagen. Nämlich der Bauer Mediengruppe (den Herausgebern der Bravo) und dem Axel Springer Verlag (deren bekanntestes Produkt wohl die Bild-Zeitung ist). Wieder werden Jugendliche befragt, um ihre Konsumgewohnheiten zu ergründen und die Ergebnisse für die Werbung von Reklame-Kunden für die Verlagsprodukte zu einzusetzen.
www.verbraucheranalyse.de
Kinder- und Jugendbericht:
Der Deutsche Kinder- und Jugendbericht ist eine Studie über die Lebenssituation junger Menschen und die Leistungen der Jugendhilfe in Deutschland. Er wird von der Bundesregierung einmal pro Legislaturperiode in Auftrag gegeben. Hauptverantwortlich für die Organisation der Berichte ist das Deutsche Jugendinstitut (DJI) in München.
Martina Gille ist DiplomSoziologin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am DJI. Für sie ist die dort geleistete Arbeit „Grundlagenforschung“: „Wir erstellen ein repräsentatives Abbild der Jugend, um Veränderungen festzustellen. Wir können zum Beispiel empirisch belegen, dass die Jugend immer länger dauert, dass Familiengründungen nach hinten geschoben werden.“
www.bmfsfj.de
Studien im Auftrag der Medien:
Im zweijährigen Rhythmus gibt die Bauer Media Group, das ist der Verlag, der hinter der Bravo steht, die „Bravo Faktor Jugend“-Studien heraus. Darin untersuchen Meinungsforscher schwerpunktmäßig, welche Produkte in der Zielgruppe der Bravo wie konsumiert werden oder wie die Zielgruppe welche Medien nutzt.
www.bauermedia.de/s_zielgruppen.html
Neben den Bravo-Machern untersuchen auch der Musiksender MTV und sein Mutterkonzern Viacom diejenigen, die das Programm schauen könnten. Für nationale und internationale Studien werden die potenziellen Zuschauer nach ihrem Freizeitverhalten und Selbstverständnis, Prioritäten und Zielen befragt. Immer wieder geht es darum zu ermitteln, wer den Sender (und damit auch seine Werbefenster) unter welchen Umständen sieht und durch das Programm angesprochen wird.
www.viacombrandsolutions.de
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