Einbruch
Horror mitten in der Nacht: Einbrecher im Schlafzimmer

Ein Fremder im eigenen Schlafzimmer - eine Horrorvorstellung. Für Gaby G. ist dieser Horror Realität geworden.

Donnerstag, 05.08.2010, 09:08 Uhr

Dienstag früh, 1.45 Uhr. Gaby G., Inhaberin des Steakhouses „Scharfer Zahn“ an der Wolbecker Straße, schläft tief und fest in ihrem Bett, das sich in einem Hinterzimmer des Restaurants befindet. Plötzlich schreckt sie auf. „Ich hörte Geräusche, dann ging die Tür zum Schlafzimmer auf“, erinnert sich die 37-Jährige.

Ihr erster Gedanke: mein Sohn. „Daniel, bist du´s?“ ruft sie in die Dunkelheit. Keine Antwort. Stattdessen bemerkt sie, wie ein dunkler Schatten aus dem Flur vor ihrem Schlafzimmer verschwindet.

Gaby G. steht auf, schlaftrunken und voller Angst. Sie geht in den Flur, schaut durch eine Tür, die in einen weiteren Flur führt. Er ist hell erleuchtet, hinten, am anderen Ende, steht die Hoftür offen. Zu sehen ist niemand. Der Einbrecher ist bereits über alle Berge.

Erst am Tag danach begreift die 37-Jährige so richtig, was in der Nacht zuvor in ihrer Wohnung vor sich gegangen ist. „Erst dachte ich, dass ich das alles nur geträumt habe.“ Solche Gedanken sind spätestens verschwunden, als sie feststellt, dass ihr Portemonnaie - Inhalt: 200 Euro - fehlt und der Unbekannte zudem den Schlüssel der Hoftür mitgenommen hat. Damit sind letzte Zweifel ausgeräumt: Die Person in ihrem Schlafzimmer war ein Einbrecher. „Was für eine schreckliche Vorstellung“, sagt Gaby G., „ich bin immer noch ganz durcheinander“.

Und voller Angst. Am Dienstag ruft sie ihren Sohn an, damit sie die folgende Nacht nicht allein in ihrer Wohnung verbringen muss. Und sie beginnt, sich zu verbarrikadieren. Unter die Klinke einer Flurtür hat sie ein Kantholz geschoben, vor einer anderen liegt ein schwerer Stein. Das Schloss, dessen Schlüssel der Einbrecher mitgehen ließ, ist mittlerweile ausgetauscht worden.

Sogar bauliche Veränderungen sind in Planung. Vermutlich gelangte der Unbekannte in den Hausflur, als Mieter ihre Fahrräder in den Hauskeller schoben und die Tür zur Straße einen Moment unbeobachtet offen stehen ließen. „Bald werden sie nicht mehr durch meinen Flur müssen, um in den Fahrradkeller zu gelangen“, sagt Gaby G.

Dann entschuldigt sie sich: „Mir geht es immer noch ganz komisch.“ Der Horror von Dienstagnacht - er wird sie wohl noch einige Zeit weiter verfolgen.

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