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Do., 02.09.2010
Kreuzungs-Crash holte Ampelbauer fast von der Leiter
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Ahlen - Seinen Humor müsste man haben: Bernd Tölle schmunzelt geradezu genüsslich, als er erzählt, wie er sich an den Mast klammerte und mit den Beinen in der Luft baumelte, während links und rechts die Unfallwagen an ihm vorbeischossen. Was am Vortag neben seiner wackelnden Leiter passierte, hat der Ampelbauer am anderen Morgen längst verdaut. Seine Geschichte ist vom Aufreger zur kleinen Anekdote geschrumpft. Frisch ausgeschlafen beginnt im Kreuzungsbereich Dolberger Straße / Im Hövenerort das Aufräumen. Drum herum herrscht das Verkehrschaos, weil die Ampel noch immer vom Netz ist.
Routinearbeiten sinds, die die Firma Stoye im Vier-Monate-Takt auch an der großen Kreuzung unterhalb des blauen Wasserturms ihre Messgeräte auspacken lässt. Leuchten alle Lampen, funktioniert die Notfallausschaltung? Wie beim TÜV sind alle sicherheitsrelevanten Punkte routinemäßig abzuarbeiten. Dafür muss die Anlage zeitweise auch mal vom Netz. Wie am Montag, als es prompt passierte, als plötzlich Ampelmasten vor den Augen der Arbeiter brachen und knickten. Und die Männer standen - mal wieder! - mittendrin.
Schuldiger dürfte nach ersten Polizeierkenntnissen ein 32-jähriger Autofahrer aus Beckum sein. Er kam - wie berichtet - vom Hövenerort, wollte die Dolberger Straße überfahren. Dabei, so die Ermittler, fuhr er offensichtlich ungebremst in den Kreuzungsbereich und stieß auf den Wagen einer 51-jährigen Frau, die die Dolberger Straße stadtauswärts befuhr. „Ich stand oben auf der Leiter, hörte nur noch einen fürchterlichen Knall hinter mir“, erzählt Bernd Tölle. Er riss seinen Kopf rum, konnte aber gar nicht so schnell schauen, um zu begreifen. Ein Auto habe den kurzen Mast vor ihm auf der Insel umgelegt, sei dann einen Meter rechts an ihm vorbeigeschossen. Der zweite Wagen prallte gegen einen anderen Mast und rutschte links neben ihm in den Graben. „Junge, ich hab mich nur noch ganz festgeklammert“, sagt Tölle - und lacht. Dabei brach ihm sogar ein Teil der Ampelbefestigung ab. Klar sei ihm für einen Moment die Angst durch den ganzen Körper geschossen. Doch mehr Gefühl lässt der gestandene Sauerländer nicht zu. Schließlich passiere um ihn herum immer mal was, wenn Ampelanlagen abgeschaltet werden müssten. Klar sei das am Montag schon „eine Nummer“ gewesen. Aber das gehöre nun mal zu seinem Job, auch mit solchen Schrecksekunden klarzukommen.
Am Mittag ist der Hövenerort abgearbeitet. Die Ampel läuft wieder, der Verkehr fließt, die Installateure packen ein. Der nächste Routineeinsatz wartet.
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