Lenz-Netz

Do., 09.09.2010

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„Mafia II“ im Test: Düstere Coups in Empire Bay

Morde sind in "Mafia II" keine Seltenheit, aber ufern nicht aus in Gewaltarien. (Foto: 2K Games)

Im Jahr 1945 schlüpft der Spieler in die Rolle des Italo-Amerikaners Vito Scaletta. Dieser kehrt aus dem Zweiten Weltkrieg zurück in die Heimat. In der pulsierenden Großstadt Empire Bay erwartet ihn ein Schuldenberg. Zusammen mit seinem Jugendfreund Joe Barbaro versucht Vito, durch illegale Aktionen möglichst schnell Karriere zu machen und gerät immer mehr in die schmutzige Welt der organisierten Kriminalität.

Bei dem „Open World“-Spiel steht die sehr linear gestaltete Story rund um den Protagonisten im Vordergrund. Es ist zwar möglich, sich frei und unabhängig in der riesigen und detailgetreuen Spielwelt zu bewegen. Jedoch bieten sich auf diesem Wege nicht sehr viele Möglichkeiten, und es kommt relativ schnell Langeweile auf. Viel wichtiger ist die Geschichte um den Aufstieg des Vito Scaletta, die packend und kinoreif erzählt wird. Vor der detailreich gestalteten Kulisse der 40er und 50er Jahre müssen 15 abwechslungsreiche Kapitel durchstanden werden. Die Missionen sind aufgrund gut gezeichneter Charaktere, spannender Zwischensequenzen und der hübschen Szenenbilder durchweg unterhaltsam.

Die Stimmung der Zeit wird sehr gut aufgefangen: Elvis-Presley-Songs prägen den Soundtrack, originalgetreue Autos kreuzen durch die Straßen von Empire Bay. Die Story erstreckt sich über einen sehr langen Zeitraum, und die Umgebung entwickelt sich durch neue Musikrichtungen, Modeerscheinungen und Architekturstile mit.

„Mafia II“ überzeugt durch ansehnliche Grafik und ein realistisches Gameplay. Auch Hauptstory und Atmosphäre können sich sehen lassen und geben einen authentischen Einblick in die Strukturen der Mafia. Die drastische Darstellung von Gewalt steht zwar keineswegs im Mittelpunkt, doch es gibt durchaus heftige Szenen. Wie im Filmklassiker „Der Pate“ machen sie die Story authentisch. Dennoch ist die Freigabe erst ab 18 Jahren nachvollziehbar und absolut gerechtfertigt.

Auf Nebenschauplätze wird weitgehend verzichtet, woraus sich eine relativ kurze Spielzeit von gut zehn Stunden ergibt. Fans von klassischen „Open-World“-Spielen könnten daher ein wenig enttäuscht sein. Wer jedoch Wert auf Realismus, Spannung und eine straff erzählte Handlung, legt wird mit „Mafia II“ definitiv viel Freude haben.


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