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Mangelware Computer an Schulen - Münster liegt im NRW-Vergleich hinten

Freitag, 24.09.2010, 06:09 Uhr

Münster - Neidvolle Blicke anderer Kommunen nach Münster waren früher die Regel. Hier, so der andernorts verbreitete Eindruck, seien die Schulen vergleichsweise paradiesisch ausgestattet. Ein von der münsterischen Verwaltung selbst initiierter Städtevergleich hat in einem wichtigen Punkt ein ganz anderes Ergebnis gezeigt: Bei der Ausstattung mit Computern für den Unterricht hinkt die Stadt in ihren 83 städtischen allgemeinbildenden Schulen den meisten anderen Kommunen in NRW deutlich hinterher.

Besonders in den Grundschulen: Hier steht Münster im interkommunalen Vergleich mit 18 Kindern pro PC im Land auf dem vorletzten Platz. Durchschnittlich teilen sich in NRW zehn Grundschulkinder einen Computer . In Paderborn müssen sich nur fünf und dem in Sachen Kommunalfinanzen besonders gebeutelten Wuppertal nur sechs Kinder einen PC teilen.

Auch auf alle Schulformen gerechnet ist Münster mit zehn Schülern pro PC unterdurchschnittlich ausgestattet. Die Erhebung bezieht sich auf die Ausstattung, die im Rahmen des Medienentwicklungsplans vom städtischen IT-Dienstleister Citeq geleistet wurde. Vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung rechnet Ludger Watermann vom Schulamt nicht mit einer Erhöhung der Mittel - im Gegenteil.

Würde die in der Konsolidierungsrunde vorgeschlagene Einsparung der jährlichen Mittel für die Computer-Ausstattung an Schulen realisiert, würde Münster im interkommunalen Vergleich sogar auf die letzte Position rutschen, heißt es in dem Verwaltungspapier, das Watermann bei der jüngsten Schulausschuss-Sitzung vorstellte.

Nicht alle Schulen sind bereit, die Misere einfach hinzunehmen - etliche wurden selbst aktiv, um ihre IT-Ausstattung zu verbessern. Beispiel die Mauritzgrundschule: Als Magda Stecker-Kühl 2001 dort die Leitung übernahm, gab es zwei Computer pro Klasse. „In Nottuln, wo ich herkam, hatten wir da schon einen Computerraum“, so Stecker-Kühl, die das wohldosierte Lernen mit dem PC auch für ganz junge Kinder für wichtig und nützlich hält.

Die Schulleiterin sprach Eltern und Unternehmen an, sammelte Geld und PCs. Lehrer Werner Woltering, versiert in Computertechnik, kümmert sich darum, dass auch die von der Schule beschafften Geräte in einem gesonderten Netzwerk laufen.

Die Rechner der Citeq bestücken inzwischen den Computerraum, den die Mauritzschule nun auch besitzt. Die Schulveraltung freut sich über solche Initiativen. Watermann: „Nur dadurch stehen einzelne Schulen immerhin etwas besser da.“

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