Di., 16.11.2010

Nachrichten Sechs Stunden lang auf die Zähne gebissen

Ahlen / Troisdorf - Der schwarze Himmel auf dem Weg nach Troisdorf ließ schon nichts Gutes erahnen. Besorgt schauten die Ahlener Hedwig Kläsener und Reinhard Berghoff am Samstagmorgen gen Horizont. Sie waren auf den Weg nach Troisdorf, um dort am 10. Troisdorfer Sechs-Stunden-Lauf teilzunehmen. Doch der Regen machte sowohl der erfahrenen Kläsener als auch dem Ultralauf-Neuling Berghoff Sorgen.

Zunächst beruhigte sich das Wetter allerdings wieder, und die beiden konnten trocken auf die Strecke gehen. Es galt, in den sechs Stunden so häufig wie möglich die Runde von 2742 Metern zu durchlaufen. Etwas übermotiviert ging Reinhard Berghoff ins Rennen. Mit einem Schnitt von 5:30 Minuten auf den ersten Kilometern war er anfangs deutlich zu schnell. Doch da schritt Betreuer Ralf Kläsener ein. „Reinhard, die Kraft muss für sechs Stunden reichen“, rief er dem Athleten zu. Der war am Ende für die Lektion dankbar: „Hätte er mich nicht gebremst, wäre ich nicht so weit gekommen.“ Denn anschließend nahm Berghoff das Tempo großzügig heraus und benötigte pro Kilometer sechs Minuten. Dieses Tempo konnte der Läufer im Trikot der Spielvereinigung Dolberg jedoch bis zum Schluss halten, trotz des plötzlich einsetzenden Starkregens, der nach zwei Stunden dafür sorgte, dass die Athleten auskühlten, und den Knieproblemen, die ihn nach viereinhalb Stunden stetig begleiteten. „Da half nur eins: Messer zwischen die Zähne und durch“, sagte er nach den sechs Stunden, in denen er 60 459 Meter zurücklegte. Damit schaffte er mehr als fünf Kilometer mehr, als er sich vor dem Wettkampf vorgenommen hatte. Nun hat der Dolberger Blut geleckt: „Ich wäre sogar zu mehr bereit.“

Hedwig Kläsener war nach dem Lauf nicht so zufrieden wie ihr Trainingskollege. Zu Beginn des Wettkampfs quälten die Ahlenerin Magen- und Darmprobleme. Als sie diese überwunden hatte und im Wettkampf angekommen schien, setzte der Starkregen ein. Nach einer halben Stunde ununterbrochener Regengüsse war sie bis auf die Haut durchnässt und total ausgekühlt. Da half selbst eine komplett neue Laufgarnitur nichts mehr. Nach der 14. Runde und damit 39 032 Metern brach sie den Lauf entkräftet ab. Trotzdem kam sie, wie Berghoff auch, noch auf den zehnten Platz ihrer Altersklasse.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/150928?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F596157%2F596224%2F