Do., 12.05.2011

Bio-Kraftstoff E10 kommt ins Münsterland

Mancher Autofahrer sieht beim Thema Super E10 rot - nicht nur auf diesen Anzeigetafeln, die ein Hersteller auf der Messe „Tankstelle und Mittelstand“ in Münster zeigt. Foto:  (Jürgen Peperhowe)
Von Martin Ellerich

Münster - Im Spätsommer ist es so weit: Dann erreicht der - ungeliebte - Bio-Kraftstoff E10 auch die Tankstellen im Münsterland. „Wir gehen davon aus, dass es im August/September so weit ist“, sagte Reiner Ropohl aus der Geschäftsführung der Westfalen AG (Münster) unserer Redaktion. Der Termin hänge davon ab, wann die Raffinerien umstellten - und wohl auch, wann die Mitbewerber es tun.

Denn: Wer als erster in einer Region den E10-Kraftstoff einführt, während beim Konkurrenten noch das traditionelle E5-Super aus dem Zapfhahn fließt, den bestraft oft der Markt, wie Vertreter der mittelständischen Mineralölwirtschaft gestern auf der Messe „Tankstelle und Mittelstand“ klagten.

„Die Akzeptanz für E10 ist einfach nicht da“, meinte Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes MWV. „Und es geht weiter bergab.“ So tankten derzeit je nach Region nur 15 bis 30 Prozent der Autofahrer E10.

In einer Befragung habe die Zahl derjenigen, die künftig E10 tanken wollten, Anfang Mai nur bei 26 Prozent gelegen. In einer ersten Befragungswelle einige Wochen zuvor hatten noch 30 Prozent umsteigen wollen.

Die Hauptgründe der E10-Verweigerer: 64 Prozent befürchteten einen höheren Verbrauch, 52 Prozent Motorschäden und 40 Prozent gaben die „schlechten Umwelteigenschaften des E10 an (Mehrfachnennung war möglich).

Aber: „Für die Akzeptanz ist die Politik verantwortlich“, betonte Picard. „Wir können nicht dafür geradestehen, was von Politik und Automobilindustrie bei der Aufklärung verbockt wurde.“

Die Mittelständler fühlen sich von der Politik höchst unfair behandelt. „Wir haben einen Schlag ins Gesicht bekommen“, sagte Deinhard Dittert vom Bundesverband Freier Tankstellen (BFT). Denn, wird die geforderte Bio-Quote im insgesamt abgesetzten Sprit nicht erfüllt, fallen Strafzahlungen an.

Dass auch die Preisgestaltung der Mineralölkonzerne eine Rolle beim Floppen des E10 gespielt haben könnte, wies Picard zurück. Der Preis orientiere sich an den Gestehungskosten. Und: „Das ist ein sehr transparenter Markt.“

Sehr transparent soll auch die Einführung bei Westfalen ablaufen. Westfalen werde umfassend informieren - insbesondere auch an den Tankstellen. So könne dort nicht nur die DAT-Liste eingesehen werden, welche Fahrzeuge E10 vertragen, sondern der Tankwart werde den Kunden auch die Hotline der Hersteller an die Hand geben können.

„Der Kunde wird sich nicht in die Ecke gedrängt fühlen“, betont Ropohl. Westfalen werde das normale Super E5 sowie auch Super-Plus weiter im Angebot behalten. Und er gehe davon aus, dass E10 preiswerter sein werde als das normale Super. „Es würde sonst kaum einen Anreiz geben, E10 zu tanken.“

Google-Anzeigen

Leserkommentare

 

Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 0 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 0/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend


 

WN-Jobs Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/191369?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F35537%2F594850%2F595944%2F239352%2F