Di., 23.08.2011

Stefan Petermann läuft nach Münster - zum Marathon 920 Kilometer Aufwärmtraining: „Schmerzen werden kommen“

Münster - Wenn am 11. September die Jubiläums-Ausgabe des Volksbank-Münster-Marathon gestartet wird, gibt es viel zu feiern. Einer wird jedoch besonders froh sein: Stefan Petermann . Der 42-jährige Münsteraner und Wahl-Schweizer will dann ebenfalls den Marathon mitlaufen. Was wiederum nichts Besonderes wäre, wenn, ja wenn Petermann sich nicht vergangene Woche schon auf den Weg gemacht hätte. Er absolviert zurzeit den Weg von Biel in der Schweiz nach Münster. Das sind rund 920 Kilometer, laufend. Das knapp 22-fache eines normalen Marathons ist sein persönliches Aufwärmprogramm. Am Telefon berichtet der IT-Spezialist, der schon 67 Marathons absolviert hat, unserem Redakteur Jürgen Beckgerd über seine Motive, Sorgen und Freuden dieses Abenteuers.

Hallo, Herr Petermann. Wo treffe ich Sie an?

Stefan Petermann: Ich mache gerade eine Gehpause, bin kurz vor Sasbach am Kaiserstuhl. Die heutige Etappe von Neuenburg aus beträgt rund 45 Kilometer.

Wann sind Sie aufgebrochen?

Petermann: Am 19. August ging es los. In der Schweiz habe ich noch alle Etappen von zu Hause aus bewältigt und bin dann abends immer mit dem Zug zurück gefahren.

Warum tun Sie sich das an - es ist heiß und unglaublich anstrengend?

Petermann: Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Ernst: Ich bin heute um sieben Uhr losgelaufen, damit ich die kühle Tageszeit nutzen kann.

Wann werden Sie Münster voraussichtlich erreichen?

Petermann: Am Samstag vor dem Marathon...

...sicher?

Petermann: Ja, es wird aber knapp. Ich habe deshalb schon eine Abkürzung durch den Jura gemacht.

Angst, dass auf den gut 900 Kilometern, die vor Ihnen liegen etwas passieren könnte, kennen Sie gar nicht?

Petermann: Klar ist das ein Abenteuer, eine Herausforderung. Angst habe ich aber nur davor, dass ich den Rhein nicht mehr sehe. Dann müsste ich nämlich durchs Hinterland laufen und das ist weniger kommod als auf der flachen Uferstrecke.

Wie finden Sie sich denn zurecht - mit GPS?

Petermann: Nein, nein. Ich will ja eins mit der Natur sein, nicht mit der Technik.

Das Laufen also als Lust. Aber eine, die wehtut?

Petermann: Es ist ja das Geheimnis eines Etappenlaufs, sein Pulver nicht so schnell zu verschießen. Aber es stimmt. Die Schmerzen werden kommen.

Was treibt Sie an?

Petermann: Für mich ist das jetzt Urlaub. ich arbeite manchmal 50 Stunden und auch am Wochenende.

Was haben Sie denn sonst schon so alles Verrücktes angestellt als Läufer?

Petermann: Ich bin den Jura-Marathon gelaufen von Genf nach Basel über sieben Etappen mit rund 200 Höhenmetern pro Tag. Da ist mir vorher aber ein Betonklotz auf den Fuß gefallen. Glücklicherweise war der nicht gebrochen...

Fürchten Sie nun keine Verletzungen, die Sie auf dem Weg nach Münster aufhalten könnten?

Petermann: Na klar ist eine Überlastung der Killer, aber man kann ja gegensteuern und viel Eiweiß und Elektrolyte zu sich nehmen. Gestern war ich unterwegs übrigens ein Eis essen.

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