Sa., 13.08.2011

Zoll beschlagnahmt am FMO sechs Smartphones Industriespionage oder Plagiat?

Von Peter Beckmann

Greven - Sie sind meistens schwarz, sie sind flach und hochglänzend, und sie sind wahre Alleskönner. Smartphones sind momentan angesagt, der Markt boomt und ist unter den Herstellern hart umkämpft. Branchenführer ist die Firma Apple, die mit ihren iPhones die Liste der verkauften Smartphones anführt.

Gespannt warten die Fans auf die inzwischen fünfte Generation des iPhone, die im Herbst auf den Markt kommen soll. Aber um diesen „Erlkönig“ wird ein großes Geheimnis gemacht. Um so brisanter ist daher die Tatsache, dass unter sechs Smartphones der Firma Apple, die kürzlich am Flughafen Münster-Osnabrück beschlagnahmt wurden, auch ein iPhone 5 sein soll. „Es könnte sein, dass sich auch ein iPhone 5 unter den beschlagnahmten Geräten befindet“, bestätigte eine Sprecherin des Hauptzollamtes Münster.

Passiert ist alles schon am 21. Juli. Da wurden zwei Männer, die aus der Türkei am Grevener Flughafen kamen, kontrolliert. „Bei uns werden Passagiere, die aus Drittländern oder über die Drehkreuze Frankfurt und München einreisen, besonders gründlich kontrolliert“, bestätigt die Zoll-Sprecherin. Nach Information des Internetforums „benm.at“ seien die zwei Männer kontrolliert worden, weil auf dem Röntgenbild in einem Gepäckstück ein Messer zu sehen gewesen sei, das unter das Waffengesetz falle. Das wollte die Zoll-Sprecherin nicht bestätigen. Jedenfalls wurden bei der Kontrolle die sechs Smartphones von Apple gefunden. „Zur Herkunft der Männer möchte wir nichts sagen, sie sahen aber nicht asiatisch aus“, sagte die Zoll-Sprecherin.

Den Zöllnern war nicht klar, ob es sich bei den Smartphones um Plagiate handeln könnte. Der Abgleich mit einem so genannten „E-Agent“ legte aber zumindest bei einem Gerät den Verdacht nah. Besonders brisant wäre natürlich das Auftauchen eines iPhone 5. „Wir können weder bestätigen noch dementieren, ob es sich um ein echtes Gerät und damit um einen Fall von Industriespionage handelt“, sagte die Zollsprecherin.

Man habe den Hersteller Apple über den Fund informiert. „Wir warten darauf, dass sich der Hersteller bei uns meldet und sagt, was weiter zu passieren hat.“ Fotos von den Funden würden bis dahin nicht veröffentlicht. „Es könnte sich hier um Industriespionage handeln, da sind solche Bilder mit besonderer Sensibilität zu behandeln“, so die Sprecherin.

Der Fund sorgt bei den Machern der Internet-Plattform „benm.at“, die sich nur mit Informationen rund um iPhone, iPod touch und iPad beschäftigt, für Spekulationen, ob es sich tatsächlich um ein echtes iPhone 5 handelt. „Ist das Design an dem echten Modell angelehnt? Oder besteht es gar aus Teilen des richtigen iPhone 5? Die Produktion des neuen Apple-Telefons soll bereits laufen . . .“, heißt es auf der Seite.

Das Hauptzollamt Münster wartet jedenfalls auf eine Reaktion von Apple. „Solange wir keine Informationen des Rechteinhabers haben, werden wir keine offiziellen Statements abgeben und auch keine Fotos veröffentlichen“, sagte die Zollsprecherin abschließend.

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