Do., 03.11.2011

Debatte Fußballvereine favorisieren Kunstrasen am Jahnstadion

Rheine - Vieleicht sprießt das Kunstgrün doch bald. In die Endlos-Debatte um den ersten Fußball-Kunstrasen in Rheine ist neuer Schwung gekommen. Schien die Situation vor Monaten noch wegen der kaum zu tragenden Finanzierung wie vernagelt, haben sich die meisten Fußballvereine der Stadt nun für ein Solidarmodell mit dem Standort Jahnstadion ausgesprochen.

Auf dem zur Kopernikusstraße gelegenen Vorfeld 1 soll der neue Platz auf dem bisherigen Naturrasen im Jahr 2013 fertiggestellt sein, wie Sportserviceleiter Frank de Groot-Dirks bestätigte: „Die Politik hat den Stadtsportverband federführend beauftragt, das über die Arbeitsgemeinschaft Kunstrasen abzuwickeln. Dabei stellte sich heraus, dass die Mehrheit der Fußballvereine mitmachen wollen.“ Tatsächlich haben sich bislang der FC Eintracht Rheine , Grün-Weiß Rheine, Amisia, die Sportfreunde Gellendorf sowie Eintracht Rodde und die SG Elte positiv in diese Richtung geäußert.

Bei der Finanzierung des rund 500000 Euro teuren Kunstrasens der neuesten Generation soll auf das Drei-Säulen-Modell aus klassischer Eigenleistung, öffentlichen Zuschüssen und Fremdfinanzierung zurückgegriffen werden. Neben der Stadt als Geldgeber würden die Baukosten auf die beteiligten Vereine verteilt werden, die das Gelände im Gegenzug wiederum später nutzen dürfen. „Ausdrücklich hat uns noch kein Verein abgesagt, aber es waren auch nicht alle Vertreter bei der letzten Sitzung der AG Kunstrasen dabei, sagte de Groot-Dirks. „Aber wird sind bestrebt, alle Vereine ins Boot zu holen.“ Es entspreche dem breiten Tenor, dass das fast zu Tode diskutierte Projekt nur auf städtischem Grund realisiert werden könne, da die finanzielle Last für keinen Verein allein tragbar wäre.

„Wir wollten damals gerne einen solchen Platz auf unserem Gelände haben. Aber nachdem wir festgestellt haben, dass es in Eigenregie nicht geht, unterstützen wir das Projekt am Jahnstadion unter der Voraussetzung, dass sich alle Vereine beteiligen“, sagt Rainer Int Veld, 2. Vorsitzender des SV Grün-Weiß. Er arbeite daran, den ursprünglich nur von Grün-Weiß gestellten Antrag so umzuwandeln, dass sich mehrere Vereine um Fördermittel bewerben.

Distanzierter stehen der SV Mesum und SC Altenrheine dem Solidarmodell gegenüber. SCA-Vorsitzender Jörg Brandhorst: „Ich sehe keine Notwendigkeit, dass wir uns an einem Kunstrasenbau am Jahnstadion beteiligen. Wir als SCA haben immer progsnostizier, dass es schön wäre, einen solchen Platz in Rheine zu haben, aber keine Gelder aus den Vereinen verwendet werden dürfen. Die einzige Lösung wäre eine städtische Lösung.“ Er wittere die Gefahr, „dass später nur die führenden Klubs, wie der FCE, Heike und Amisia, den Platz nutzen und die anderen hinten runterfallen“.

Diese Bedenken teilt der Sportservice-Leiter nicht und versicherte, dass sich die Kunstrasen-AG um eine gerechte Verteilung der angefragten Trainings- und Spielzeiten kümmern werde. Auch die Kosten von einer halben Million Euro seien nicht das letzte Wort: „Wir sind guten Mutes, dass es deutlich billiger geht, wenn viele Vereine mitmachen und nicht die Stadt allein als Bauherr auftritt.“

Wenn der Sportausschuss in seiner nächsten Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung folgt, soll der gemeinsame Antrag auf den Weg gebracht werden. Kunstrasen in Rheine - es geschehen noch Zeichen und Wunder.

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