Sa., 28.07.2012

Band spielt beim Area4-Festival 2012 Beatsteaks-Schlagzeuger Thomas Götz im Interview: "Landkind bleibt Landkind”

Münster/Lüdinghausen - Die Beatsteaks gelten als eine der besten Live-Bands Deutschlands. In diesem Jahr geben sich die fünf Rockmusiker aus Berlin auf dem Area4-Festival in Lüdinghausen die Ehre. Im WN live-Interview erzählt Schlagzeuger Thomas Götz, was für ihn Freizeit ist – und warum die Zeit der Band noch lange nicht vorbei ist.

Von Meike Lorenzen

Habt ihr dieses Jahr eigentlich ein paar freie Tage im Sommer, oder seid ihr komplett mit Festivals verplant?

Thomas Götz : Moment, ich habe hier eine Exceltabelle: zwölf Festivals und zwei Clubshows. Los ging‘s am 20. Juli, und am 1. September ist Schluss.

Ein Festival davon ist das Area 4. Freust du dich schon darauf?

Thomas Götz: Ja, total. Als wir das letzte Mal da waren, haben wir Fotos mit Lemmy von Motörhead gemacht und Helmet gesehen. Dieses Jahr freuen wir uns vor allem auf Baroness.

Wenn ihr so viel unterwegs seid, bleibt da überhaupt noch Zeit für Freizeit?

Thomas Götz: Die Unterscheidung ist schwierig. Eigentlich war Musik machen immer Freizeit. Inzwischen hat das Hobby auch den Begriff Arbeit erhalten. Natürlich fühlt sich das Hobby von damals nicht immer wie Freizeit an, aber die meiste Zeit schon. Es unterscheidet sich einfach von jemandem, der acht Stunden am Tag ins Büro geht. Unsere Arbeit macht uns sehr viel Spaß, und je mehr Spaß die Arbeit macht, umso näher kommt sie dem Begriff Freizeit.

Und wann hattet ihr das letzte Mal einfach eine Auszeit?

Thomas Götz: Im Frühjahr hatten wir nicht so viel zu tun. Da haben wir dann viel rumprobiert, zum Beispiel unser Programm mit zwei Schlagzeugern eingeübt.

Warum habt ihr das gemacht?

Thomas Götz: Ich habe einen Freund, der heißt Dennis Kern und ist auch Schlagzeuger. Wir treffen uns ab und zu und trommeln zusammen. Einmal hat unser Sänger Arnim sich das angehört. Hinterher nahm er mich zur Seite und meinte: „Das müssen wir unbedingt live machen.” Und jetzt spielen wir mit zwei Schlagzeugen auf dem Area4 .

Ist Schlagzeug spielen entspannend?

Thomas Götz: Körperlich ist das nicht entspannend. Das ist eher wie Sport machen. Aber es lässt mich zufrieden nach Hause gehen. Entspannung ist eher auf dem Sofa rumhängen, Kaffee trinken und Musik hören.

Was hörst du dann für Musik?

Thomas Götz: Wir hören alle komplett Unterschiedliches. Auch Musik, die nichts mit Rockmusik zu tun hat. Es gibt in Berlin sehr interessante elektronische Musik. Das Gleiche gilt für alte oder afrikanische Musik. Es gibt so viel, dass man blöd wäre, wenn man sich nur auf ein Genre beschränken würde.

Inwieweit sind andere Genres inspirierend?

Thomas Götz: Wenn es Inspiration ist, dann merkt man es nicht. Ich habe keine Ahnung, wie das mit der Inspiration funktioniert. Ich bin eher so der Handwerker.

Bist du ein Stadt- oder ein Landkind?

Thomas Götz: Die komplette Band besteht aus Ostberliner Stadtkindern. Nur ich nicht. Ich komme aus einem schwäbischen Dorf namens Großengstingen, in dem damals etwa 1000 Menschen gewohnt haben. Seit 1994 lebe ich nun aber auch in Berlin.

Vermisst du das Dorfleben manchmal?

Thomas Götz: So ein Landkind wird immer ein Landkind bleiben. Ich glaube, dass der Ort an dem man in jungen Jahren lebt und aufwächst, fast das Prägendste für einen Menschen überhaupt ist. Den Rest des Lebens hat man damit zu tun, das wieder auszuschalten.

Bist du naturverbunden?

Thomas Götz: Ja, aber ich könnte eine Buche nicht von einem Ahorn unterscheiden. Ich bin kein Pflanzenkenner. Aber ich mag es in der Natur zu sein, irgendwo, wo nicht viel passiert.

Braucht man auch mal Langeweile, um kreativ zu sein?

Thomas Götz: Schon, um einen Plan auszuhecken, braucht man ein bisschen Ruhe. (lacht)

Was wirst nach dem Sommer machen?

Thomas Götz: Zehn Tage Urlaub. Wohin es geht, weiß ich noch nicht. Ich könnte mir gut vorstellen, an die Ostsee zu fahren. Danach hoffe ich, dass wir uns im Proberaum treffen und anfangen, an unserer neuen Platte zu arbeiten.

Bei euch ist also kein Ende in Sicht?

Thomas Götz: Überhaupt nicht. Wir hatten vor der „Boombox” eine längere Pause. Es hat lange gedauert, wieder reinzukommen. Das wollen wir nicht noch mal.

Weitere Informationen zu den Beatsteaks und  Infos zum Area4-Festival in Lüdinghausen gibt es hier.

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