Glanzpunkt zwischen Baustellen
So., 29.01.2012
Pavillon am Dom wird Angelpunkt der Ausstellung „Goldene Pracht“
Der goldfarbene Pavillon dient nicht nur als Informationspunkt für die zweiteilige Ausstellung, sondern auch als Goldschmiedewerkstatt für Workshop-Besucher. Gestern wurde symbolisch der erste Spatenstich gesetzt (kl. Bild). Im Hintergrund ist das Bischofshaus zu sehen.
Münster - Der Domplatz ist zurzeit nicht das, was er sonst ist. Zwei Baustellen engen ihn räumlich und optisch ein. Auf der einen Seite wird am Westfälischen Landesmuseum gewerkelt, auf der anderen Seite am altehrwürdigen Paulus-Dom. Landesmuseum und Domkammer machen aber vom 26. Februar an aus der Not eine Tugend und präsentieren gemeinsam die Ausstellung „Goldene Pracht“.
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300 herausragende Werke der Goldschmiedekunst umfasst diese. Passend dazu entsteht jetzt – noch eine Baustelle – ein goldfarbener Pavillon unter der „Seelenbrause“ der Westfassade des Doms. Als Werkstatt und Info-Punkt für die prächtige Ausstellung.
Nun sind die Marktbeschicker nicht unbedingt froh darüber, dass der Platz für Markt und Parken noch enger wird, freilich könnte die glänzende Schau an zwei Standorten aber auch neue Kundschaft durch die Käse-, Gemüse- und Fischthekenreihen treiben.
„Die Idee einen Pavillon auf dem Domplatz zu errichten, ist zunächst aus der Raumnot geboren“, räumt Dr. Hermann Arnhold, Direktor des Westfälischen Landesmuseums, ein. Durch Neubau und die hohe Zahl der Leihgaben herrscht eben akuter Platzmangel. „Mit dem Pavillon haben wir jetzt eine architektonisch überzeugende Lösung gefunden“, ergänzt Arnhold.
Der zwischen Bischofshaus und Westportal entstehende Pavillon wird Platz für rund 30 Workhop-Teilnehmer und einen Informationspunkt bieten. Durch seine kreuzförmig angeordneten „Arme“ greift er zugleich die Verbindungslinien zwischen Landesmuseum und Domkammer auf und weist außerdem auf einen dritten Partner des Ausstellungsprojekts hin – den Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Dessen Sprecherin Viola van Melis deutet jenseits der sakralen und profanen Kunstschätze aus Westfalens Mittelalter auf die geistesgeschichtlichen Hintergründe und Forschungsschätze der Ausstellung hin, denn hier gehe es ja schließlich auch um „Mittelaltergeschichte, Frömmigkeitsformen und eine kulturelle Blütezeit der Region“.
Domkustos und Diözesankonservator Dr. Udo Grote sieht es als Aufgabe des mitausrichtenden Bistums an, Menschen auch durch Kunst und Kultur an die Kirche heranzuführen. Für das Landesmuseum ist zugleich das profane Goldschmiedehandwerk ein Interessenschwerpunkt, denn das Haus am Domplatz präsentiert die Glanzstücke westfälischer Goldschmiedekunst in dieser Dichte zum ersten Mal, wie Museumsdirektor Hermann Arnhold hervorhebt.
Der Pavillon wurde von 30 Studierenden der msa (münster school of architecture) unter Leitung der beiden Architekten Marc Günnewig und Jan Kampshoff entworfen. Hier können Besucher demnächst auf rund 120 Quadratmetern nicht nur Ausstellungsinfos einholen. Hier werden außerdem in Workshops für Jung und Alt Grundlagen der Goldschmiedekunst erprobt.
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