Mi., 15.04.2015

Ernährung Kaffee oder Tee - die Vor- und Nachteile beider Getränke

Kaffee und Tee gehören zu den beliebtesten Heißgetränken weltweit und dies zum großen Teil sicherlich aufgrund ihrer belebenden Eigenschaften. Doch während sich beide Getränke in ihrer Funktion als Wachmacher durchaus ähneln – zumindest auf den ersten Blick – so unterscheiden sie sich in einigen anderen Punkten deutlich. Aber welches Heißgetränk ist eigentlich die bessere Wahl, wenn es um den Koffeingehalt, die Wirkung oder die Gesundheit geht? Folgender Vergleich klärt die häufigsten Fragen rund um Kaffee und Tee.

Was ist der Favorit?

In Deutschland werden sowohl Kaffee als auch Tee gerne getrunken. Doch welches Getränk liegt ganz weit vorne? Das hat eine Studie des Statistik-Portals statista.de herausgefunden: Im Jahr 2013 lag der Pro-Kopf-Konsum von schwarzem und grünem Tee bei 26,7 Liter pro Jahr, dazu kommen 53,6 Liter Kräuter- und Früchtetees. Das macht zusammen also einen durchschnittlichen Teekonsum von 80,3 Liter Tee pro Kopf und pro Jahr. Kaffee hingegen konsumiert der Deutsche deutlich mehr: ganze 165 Liter im Jahr. Damit ist der Kaffee sicherlich das beliebteste und meist konsumierte Heißgetränk in Deutschland, aber ist Kaffee deshalb auch gleich „besser“ als Tee? Übrigens schneidet Deutschland hier im Vergleich mit anderen Ländern eher bescheiden ab, denn wie folgender Artikel auf Wandtattoo erläutert, konsumieren beispielsweise die Finnen fast doppelt so viel Kaffee pro Person und Jahr.

Wachmacher – Kaffee oder Tee?

Morgens in der Früh aus dem Bett zu kommen fällt vielen Menschen nicht leicht. Ohne eine gewisse Dosis Koffein möchten manche am liebsten gar nicht das Haus verlassen. Ein bisschen munterer werden sie dann in der Regel schon von dem Duft von frischem Kaffee.

Doch nicht jeder mag Kaffee – selbst mit viel Milch und Zucker. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese nicht auch morgens ein koffeinhaltiges Heißgetränk bevorzugen würden. Diese Personen greifen dann gerne auf den schwarzen oder grünen Tee zurück.

Viele haben aber den Eindruck, dass Kaffee deutlich wacher macht als Tee und vor allem schneller. Ist das wirklich so? Und woran liegt das?

- Die Menge:

Bis zu zwei Prozent Koffein sind in einer Kaffeebohne enthalten. Ein bis fünf Prozent Koffein stecken in derselben Menge Tee. Nun könnte also davon ausgegangen werden, dass die Antwort klar auf der Hand liegt und der Tee in der Regel die Nase vorn hat, doch dem ist nicht so. In einer Tasse Kaffee steckt schlussendlich doch mehr Koffein, da hierzu mehr Kaffeepulver benötigt wird als Teeblätter für eine Tasse Tee. Kaffee kann demnach sogar die bis zu dreifache Menge an Koffein im Vergleich zum Tee enthalten.

- Die Wirkungsdauer:

Kaffee scheint schon beim ersten Schluck zu wirken. Dem ist zwar nicht ganz so, aber er wirkt tatsächlich recht schnell: bereits nach 15 bis 30 Minuten setzt die Wirkung ein und der Konsument fühlt sich wacher. Beim Tee hingegen ist zunächst gar nichts vom Koffein zu spüren, es kann sogar bis zu 3 Stunden dauern, ehe das Koffein im Tee seine Wirkung entfaltet. Dies liegt an den Gerbstoffen, die das Koffein binden und dieses im Körper erst nach und nach freisetzen.

- Die Wirkung:

Kaffee wirkt wie bereits erwähnt ziemlich nah am Konsumzeitpunkt – dies dann auch intensiv, aber nicht allzu lang. Dadurch, dass das Koffein im Tee erst mit der Zeit freigesetzt wird, hält die Wirkung länger an, ist aber nicht auf einen bestimmten Punkt intensiv.

Als akuter Wachmacher ist dementsprechend der Kaffee die erste Wahl, wer jedoch die langsame Koffeinentfaltung bevorzugt, fährt mit Tee besser.

Als weitere koffeinhaltige Wachmacher wären an dieser Stelle noch Kaltgetränke zu nennen: Cola und Energy Drinks. Allerdings ist ein höherer Zuckergehalt zu bedenken und Energy Drinks enthalten zudem Taurin.

Koffeinfreie Alternativen gibt es aber auch. Pfefferminz-Tee, Zitronengras-Tee und Ingwer-Tee wirken belebend, frisch gepresste Fruchtsäfte oder Mineralwasser mit Zitronengeschmack ebenfalls, wenngleich sie den aufputschenden Schub von Koffein nicht ersetzen können. Mittlerweile sind auch zahlreiche koffeinfreie Kaffeesorten erhältlich.

Kaffee oder Tee - die Vor- und Nachteile beider Getränke Bild 2 Tee

Tee ist in den verschiedensten Geschmacksrichtungen verfügbar, nicht jede von ihnen verfügt aber auch automatisch über Koffein.

Gut für die Gesundheit oder doch eher schädlich?

Lange Zeit hatte Kaffee den Ruf, gesundheitsschädigend zu sein oder diese zumindest nicht zu fördern. Mittlerweile wurden diese Gerüchte aber widerlegt und es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kaffee sogar – in Maßen genossen – gut für die Gesundheit ist. Ähnlich verhält es sich mit Tee.

Vorbeugend gegen Krebs

Schwarze und grüne Tees und Kaffee enthalten Antioxidantien, die zwar eine mögliche Krebserkrankung nicht ausschließen, dennoch das Risiko von Darm- und Leberkrebs eindämmen können.

Positiver Herz-Kreislauf-Effekt

Hier ist allerdings die Voraussetzung, dass nicht zu viel dieser Getränke konsumiert wird, ansonsten ist das Gegenteil der Fall.

Vorbeugend gegen Alzheimer und Demenz

Verschiedene Studien aus den USA , Deutschland und Frankreich haben ergeben, dass Koffein tatsächlich Alzheimer und Demenz vorbeugen kann. Grund dafür ist die Tatsache, dass Koffein Ablagerungen des Tau-Proteins im Hirn hemmt. Auch stärkt Koffein die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor Krankheitserregern schützt. Cholesterin kann diese Schranke beschädigen, Koffein hingegen hat eine stabilisierende Wirkung.

Kaffee und Tee werden aber noch weitere Schutzmöglichkeiten nachgesagt, die nicht alle wissenschaftlich erwiesen oder ausreichend getestet worden sind. So heißt es zum Beispiel, dass Kaffee außerdem vor Diabetes, Schlaganfall, Gicht und Depressionen schützen soll, Tee hingegen vor Herzkrankheiten, Arthritis, Osteoporose, Karies, Parkinson und sogar HIV. An den meisten Studien ist sicherlich immer ein Körnchen Wahrheit dran, doch dürfen diese nicht überinterpretiert werden. Fakt ist aber, dass koffeinhaltige Getränke längst nicht so schädlich sind, wie ehemals behauptet worden ist, Risiken bestehen aber dennoch.

Genießen, aber in Maßen

Das Wichtigste bei koffeinhaltigen Getränken ist, diese nur in Maßen zu genießen. Wird zu viel konsumiert, kann dies schwerwiegende Risiken bergen.

Zunächst aber sollte die Wirkung von Koffein auf den menschlichen Körper betrachtet werden: Damit sich das Gehirn nicht überanstrengt, bildet sich der körpereigene Stoff Adenosin. Soll sich aufgrund von Überarbeitung oder Anstrengung Adenosin an den Nervenzellen breit machen, um dem Hirn zu signalisieren, dass es eine Pause braucht, nimmt die Hirnfunktion ab, der Mensch wird müde. Mit dem Konsum von Koffein allerdings werden die Rezeptoren, an denen das Adenosin andocken sollte, blockiert  und die Hirnfunktion wird aufrechterhalten, der Mensch fühlt sich weiterhin wach. Im Grunde wird also mittels Koffein in einen natürlichen Prozess eingegriffen – wahrscheinlich mit ein Grund, warum Koffein in der Vergangenheit keinen allzu guten Ruf hatte.

Schädlich ist Koffeinkonsum allerdings nur, wenn er übertrieben wird. In Maßen hingegen können tatsächlich erhöhte Konzentrations- und Leistungsfähigkeiten hervorgerufen werden, die sich nicht schädlich auf den Körper auswirken. Das Gehirn wird einfach ohne Folgen ein bisschen ausgetrickst.

Koffein hat aber noch eine weitere Wirkung: Es verstärkt sowohl die Ausschüttung als auch die Wirkung von Adrenalin, wodurch der Blutdruck und die Herzfrequenz ansteigt. Und aus diesem Grunde sollten koffeinhaltige Getränke auch nur in Maßen getrunken werden. Besonders betroffen sind in dem Fall natürlich Patienten mit Bluthochdruck – diese müssen zwar nicht ganz auf Koffein verzichten, jedoch sollten sie den Konsum keinesfalls übertreiben.

Was ist gesünder, Kaffee oder Tee?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, zumindest nicht, wenn es um die Vorbeugung von Krankheiten geht. Da beide Getränke Koffein enthalten (ausgenommen Früchte- und Kräutertees), kommen in beiden Getränken auch die positiven Aspekte von Koffein zur Geltung.

In der Kaffeebohne befinden sich zusätzlich Antioxidantien, die das Risiko von Gicht vermindern, im Tee ist Fluorid enthalten, das tatsächlich Karies vorbeugt, da es den Zahnschmelz stärkt.

Im Hinblick auf die Inhaltsstoffe hat letztendlich aber doch der schwarze oder weiße Tee die Nase vorn: Er enthält neben dem Fluorid außerdem die Vitamine A, B, B12, C und die Mineralien Kalium und Kalzium.

Umwelttechnische Aspekte

Wer auch bei Koffein-Konsum Umweltbewusstsein an den Tag legen möchte, der kauft zunächst Fairtrade-Ware. Aber es stellt sich dennoch die Frage, ob der Kauf von Tee oder Kaffee nachhaltiger ist.

Sowohl die Verarbeitung von Teeblättern aus auch die von Kaffeebohnen ist recht energieintensiv. Beide Rohstoffe müssen die Prozesse Dampfbehandlung, Trocknung und Erhitzung durchlaufen. Laut Global Environmental Facility werden für ein Kilogramm Tee 0,5 kWh und für einen Kilogramm Kaffee 0,3 kWh benötigt. Allerdings muss beim Kaffee bedacht werden, dass der Produktionsablauf nach der Gewinnung der Kaffeebohne noch nicht abgeschlossen ist, es folgen Dämpfen, Trocknen, Rösten und Sortieren. Der Energieverbrauch ist letztendlich bei der Kaffeeproduktion deutlich höher.

Kaffee oder Tee - die Vor- und Nachteile beider Getränke Bild 3 Kaffee- oder Teegenuss

Tee oder Kaffee? Letztendlich entscheidet eben doch der individuelle Geschmack des Einzelnen, Vor- und Nachteile hin oder her.

Viel besser sieht es demnach bei der CO2-Emission auch nicht aus: Werden laut Utopia.de die Anbaufläche und der benötigte Energieverbrauch berücksichtigt, so beträgt die CO2-Bilanz für eine teetrinkende Kleinstadt 0.0035 Hektar (global) pro Kilogramm, für eine kaffeetrinkende jedoch 0.0045 Hektar (global) pro Kilogramm.

Auch wird für die Produktion einer Tasse Kaffee achtmal mehr Wasser benötigt als für eine Tasse Tee – Insgesamt ist der Teekonsum also umweltschonender als der Konsum von Kaffee.

Ist Tee damit der Gewinner?

Tee hat aus umwelttechnischer Sicht deutlich die Nase vorn, auch gesundheitlich geht der Punkt eher an dieses Heißgetränk. Wer allerdings einen Wachmacher für den Moment braucht, ist mit Kaffee besser bedient. Geschmäcker sind und bleiben allerdings verschieden und demnach wird das beliebteste Heißgetränk der Deutschen wohl weiterhin der Kaffee bleiben, denn letztendlich sind es eben doch auch der Geschmack und Aroma, die zählen.

Abbildung 1: Caffe Latte © ram69 - Fotolia .com

Abbildung 2: herbal tea © manyakotic - Fotolia.com

Abbildung 3: Portrait of happy young woman with cup of hot beverage © Alliance - Fotolia.com

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