Einzigartige Erinnerung
Eine Art, um seinen Lieben zu gedenken ist ein Erinnerungsdiamant

Lonité AG, eine Firma aus der Schweiz bietet Trauernden die Anfertigung von Diamanten aus Asche an, als einzigartige Erinnerung an den Verstorbenen. Der  folgenden Artikel erzählt über dieses ungewöhnliche Produkt und wie es den Angehörigen bei der Bewältigung ihrer Trauer helfen kann. Außerdem werden die technologischen Prozesse hinter der Herstellung erläutert.

Freitag, 28.07.2017, 04:07 Uhr

Einzigartige Erinnerung : Eine Art, um seinen Lieben zu gedenken ist ein Erinnerungsdiamant
Foto: lonite.de

Die Lonite AG ist eine Schweizer Firma, die sich einer besonderen Art der Bestattung widmet – der Diamantbestattung . Bei diesem Verfahren werden  Asche und Haare eines geliebten, verstorbenen Menschen in einen Diamanten verwandelt, der zur Erinnerung und Ehrung der Person dient. In Nordamerika, Europa und anderen Teilen der Welt sind diese Schmuckstücke schon seit einigen Jahren beliebt, um die Verstorbenen in Erinnerung zu halten.

Als die ersten Erinnerungsdiamanten Anfang der 2000er Jahre auf den Markt kamen, priesen viele Firmen sie als absolute Neuheit an, dabei ist es schon seit den 50er Jahren möglich, Diamanten aus industriellem Kohlenstoff zu fertigen. Seit einiger Zeit ist es möglich, einen Diamant aus Asche zu fertigen.

Lonité bietet eine echte Schweizer Diamantbestattung an. Der Diamant aus Asche, der dabei entsteht, unterscheidet sich von Diamanten anderer Firmen, bei denen nur ein kleiner Teil der Asche in einen natürlichen Diamanten eingefügt wird. Die Diamanten von Lonité hingegen bestehen zu 99.99% aus der Asche der Verstorbenen.

Der Name Lonité stammt von dem Schweizer Französischen Wort „Longévité“ ab, das übersetzt so viel bedeutet wie „ein langes Leben zu genießen“. Das Unternehmen bietet trauernden Familien in Deutschland Trost, indem es ein Erinnerungsstück in Form eines Juwelen für die Ewigkeit erschafft. Seit Beginn der Produktion hat Lonité und sein Forschungsteam große Fortschritte gemacht. Mittlerweile ist es möglich, aus Asche einen Diamant in jeder Farbe, Form und Größe herzustellen.

Eine Diamantbestattung ist ein einzigartiger Weg, um Verstorbenen zu gedenken

Die Liebe und der Tod sind Konstanten im Leben eines jeden Menschen. Es gibt kaum eine schwierigere Aufgabe, als mit dem Tod eines geliebten Familienmitgliedes oder Freundes umzugehen . Jeder trauert jedoch auf seine eigene Art und Weise. Nicholas Blanc ist Projektassistent bei Lonité und erzählt: „ Jeder, der schon einmal den Tod eines geliebten Menschen erlebt hat, weiß wie viele verschiedene Emotionen in Einem entstehen. Unser Erinnerungsdiamant verbindet die Hinterbliebenen auf physischer Ebene mit dem Verstorbenen und ist so für viele eine große Hilfe bei der Trauerbewältigung und dem Verarbeitungsprozess.“

Weiterhin sagt Blanc „ Schon lange bevor es den Diamant aus Asche gab , haben Menschen Ketten oder Anhänger mit Fotos, den Haaren oder anderen Erinnerungsstücken bei sich getragen. Daran sieht man, dass die Erinnerung und die Verbindung zu einer geliebten Person ein menschliches Grundbedürfnis ist.“

Die Meisten entscheiden sich für eine Diamantbestattung, weil sie ihren geliebten Partner, ihre Großeltern, ihren Vater oder ihre geliebte Mutter bei sich tragen wollen.

Eva Schiffer ist eine Kundin aus Frankfurt und sie berichtet: „ Meine Großmutter hat mich aufgezogen und war immer für mich da. Als sie starb, wollte ich etwas haben, um sie immer bei mir zu tragen. Jetzt da ich den Erinnerungsdiamanten habe, ist sie wieder bei mir und unterstützt mich. Die Diamantbestattung ist auch eine Möglichkeit sie zu ehren und zu zeigen, wie viel sie mir bedeutet hat und immer noch bedeutete. Sie war eine wundervolle Person.“

Ein weiterer Kunde aus Japan schrieb uns: „Ich habe heute den Erinnerungsdiamanten meines Ehemannes erhalten. Vielen Dank. Der Diamant sieht größer aus, als auf dem Bild und die Lieferung kam einen Monat früher. Ich bin so glücklich und fühle mich endlich nicht mehr so alleine. Es ist so, als wären ich und mein Mann wieder zusammen. Ich werde den Diamanten für eine Kette verwenden. Auf diese Weise können wir für immer zusammen bleiben.“

Ein Diamant aus Asche als Alternative zur traditionellen Bestattung

Erinnerungsdiamanten geben dem  Angehörigen nicht nur etwas Greifbares, das sie an den Verstorbenen erinnert. Es gibt noch unzählige weitere Vorteile gegenüber einer traditionellen Beerdigung, die für die Diamantbestattung sprechen.

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Die Aufbewahrung von Urnen zu Hause ist in Deutschland verboten Foto: lonite.de

Wie viele Menschen wissen, sind Beerdigungen sehr kostspielig und nicht jeder ist in der Lage, sich dies zu leisten. Eine Diamantbestattung kostet nur die Hälfte oder sogar nur ein Drittel des Geldes, was man in eine traditionelle Bestattung investieren würde.

Ein anderer Vorteil ist die Praktikabilität eines solchen Diamanten aus Asche. In der heutigen Zeit sind die Leute sehr mobil und ändern häufig ihren Wohnort. Viele Kunden leben beispielsweise weit von ihren Familienmitgliedern entfernt. Blanc erzählt: „Wir hatten eine Kundin, die fünf Kinder auf fünf verschiedenen Kontinenten hatte. Sie hat sich dazu entschieden, fünf Diamanten anfertigen zulassen, sodass jedes Kind ein Erinnerungsstück an sie hat.“

In einem Interview mit dem Onlinemagazin von Forbes erklärt Harry Burl , der Inhaber von man-madediamonds.com, dass der Prozess eines Diamant zu Asche sowohl ethisch, als auch umweltfreundlich sind, aber dieselbe, wenn nicht noch eine viel größere Bedeutung hat wie eine herkömmliche Beerdigung. „Ich war überrascht zu hören, dass Diamanten aus dem Kohlenstoff in Haaren oder Asche hergestellt werden können.“

Im Artikel erzählt Burl außerdem, dass diese Diamanten keinerlei Spuren in der Umwelt hinterlassen. Sie haben dieselben Eigenschaften wie natürliche Diamanten mit der einzigen Ausnahme, dass Natur und Bergarbeiter nicht ausgebeutet werden. Da sie in einem synthetischen Prozess aus menschlichen Überresten wie Haare oder Asche hergestellt werden, sind sie ein sentimentales Zeichen der Liebe“

Darüber hinaus müssen sich die Angehörigen bei dieser Form der Bestattung auch nicht sorgen, dass sie das Grab nicht besichtigen können oder nicht an der Beerdigungszeremonie teilhaben können.

Wieso Menschen nach einer alternativen Bestattungsart suchen

Eine Kristallbestattung ist nur eine Alternative zur Beerdigung. Es gibt noch unzählige weitere Optionen.

An Stelle eines normalen Begräbnisses entscheiden sich einige Familie für umweltfreundliche Alternativen oder technologische Neuheiten. Die Auswahl ist groß und auch die Kremation ist eine der verfügbaren Möglichkeiten. Obwohl sie schon seit Ewigkeiten existiert, erfreut sich diese Methode immer noch großer Beliebtheit. Blanc sagt „Die Leute interessieren sich für die Kremation, da sie ihren ökologischen Fußbadruck reduzieren möchten.“

Die Entstehung eines Erinnerungsdiamanten

Natürliche Diamanten und Diamanten aus Asche sehen gleich aus, sowohl von Nahem betrachtet, als auch unter dem Mikroskop. Es gibt lediglich feine Unterschiede bei der Anzahl der Atome und der Dichte. Beiden unterscheiden sich jedoch in ihrer Herkunft. Während Erinnerungsdiamanten aus Asche gefertigt werden, entstehen natürliche Diamanten bei mineralischen Prozessen im Untergrund.

Um zu verstehen, wie solche Diamanten hergestellt werden, sollte man wissen, dass der menschliche Körper zu 18% aus Kohlenstoff besteht und Diamanten pure Kohlenstoffkristalle sind. „Zuerst müssen wir nachvollziehen, wie sich natürliche Diamanten bilden“ sagt Blanc. Im Erdinneren liegt Kohlenstoff in der Form von Graphit vor, das von Magma umgeben ist. Dort herrschen Temperaturen von über 1000° C Grad  und ein großer Druck. In dieser Umgebung gehen die Kohlenstoffatome in einen dichteren Zustand über – den Diamanten.

Blanc erzählt weiter: „Wenn wir die Erinnerungsdiamanten in unserem Labor herstellen, ahmen wir im Prinzip den natürlichen Vorgang der Natur nach “. „Wir analysieren die Bestandteile der Asche und extrahieren den Kohlenstoff. Nachdem wir ihn extremer Hitze und Druck aussetzen , entsteht nach einigen Wochen der Diamant.“

Wie lang dauert dieser Prozess?

Wie lange die Entstehung eines Diamanten dauert, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. In der Regel dauert es 6 Monate. In einigen Fällen kann es aber auch wenige Wochen bis hin zu einem Jahr dauern.

„Bevor wir den Herstellungsprozess beginnen, müssen wir die Asche analysieren und den Kohlenstoff reinigen“ sagt Blanc. Das dauert für gewöhnlich ein bis zwei Wochen. Der Wachstumsprozess des Diamanten dauert einige Tage bis hin zu Wochen. Das kommt vor allem auf die Größe des Diamanten an, der bestellt wird. Die Herstellung eines bernsteinfarbenen Diamanten mit 0.25 Karat braucht in etwa 2 Wochen, während ein farbloser Diamant mit 1 Karat in etwa fünf bis sechs Wochen benötigt. Danach dauert es noch einige Zeit, um den Stein zu polieren und zu zertifizieren.“

Natürliche Diamanten und Erinnerungsdiamanten haben verschiedene Farben

In der Natur, als auch im Labor kann man bunte Diamanten finden.

„Sogar mit unserer fortgeschrittenen Technologie unterscheiden sich die Diamanten noch stark von anderen Edelsteinen“ sagt Blanc. „Zum Beispiel sind die verschiedenen Farben das Ergebnis des Entstehungsprozess und der Umgebung, aber der genaue Grund, warum manche Diamanten pink oder lila sind, ist auch den Forschern noch ein Rätsel“.

Bis zu einem gewissen Grad kann man jedoch die Farbe eines Diamanten aus Asche vorhersagen. Neben Kohlenstoff enthält der menschliche Körper 3% Stickstoff und dieser Stoff färbt die Diamanten von leicht gelb bis hin ins Tief Orange.

Neben den rötlichen Farben kann Lonité auch andere Färbungen kreieren. „Einige Leute mögen andere Farben lieber. Wenn man den Stickstoff entzieht, aber das Bor im Kohlenstoff lässt, dann wird der Diamant blau. Das ist wirklich erstaunlich.“

In den letzten Jahren hat Lonité durch seine verbesserte Technologie aber auch farblose Diamanten hergestellt, indem der Stickstoff und die gelblich, rote Farbe entfernt wurden. Die Diamantbestattung bietet also viele verschiedene Möglichkeiten.

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Ein farbloser Diamant Foto: lonite.de

Die Größe und Form des Diamanten liegt in der Hand der Natur

Die Größe, Form und Farbe des Diamanten kann nicht genau vorherbestimmt werden.

„Die chemische Zusammensetzung der Asche und die Umgebung, in der der Edelstein entsteht, bestimmen die Größe und Form des jeweiligen Steines. Manchmal sind die Steine größer oder kleiner, als der Kunde sich gewünscht hat. Dies ist jedoch keine Überraschung, denn unsere Kunden wissen über den Prozess Bescheid. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der mit dem Ergebnis und der Kristallbestattung nicht zufrieden war“ erzählt Blanc.

Lonité bietet von Anfang bis Ende einen persönlichen Service

Lonité steht mit jedem Kunden während der ganzen Diamantbestattung über in Kontakt. Während des Prozesses erhält jede Person Information über den Fortschritt und weiß um den genauen Status seines Erinnerungsstückes.

Sobald das Haar oder die Asche im Labor ankommt, wird der Behälter umgehend beschriftet. Jede Bestellung wird genaustens nachverfolgt und dokumentiert. Mit der Rückverfolgungsnummer kann der Kunde auf der Website den Status seiner Bestellung abrufen. Außerdem erhält er Fotos von dem Entstehungsprozess der Asche zum Diamant. Viele Kunden senden auch Fotos von der Familie zusammen mit der Asche oder dem Haar, sodass sie viele Erinnerungen haben.

Was die Zukunft für Lonité bereithält

Firmenchef Silvia Spitaleri hat einen genauen Plan für die Zukunft von Lonité: „ Wir möchten unsere Schweizer Präzision, das Handwerk und unsere Detailgenauigkeit aufrechterhalten. Außerdem werden wir in die weitere Forschung, Innovation und Technologie investieren, sodass Kunden auf der ganzen Welt Zugang zu diesen wundervollen Erinnerungsstücken haben“

„Es ist sehr berührend einen Kunden mit dem fertiggestellten Diamanten aus Asche zu sehen“ erzählt Spitaleri. „Eine Diamantbestattung kann für den Hinterbliebenen eine Wende im Trauerprozess darstellen und dafür sorgen, dass nur die schönen Erinnerungen, sowie die Liebe für den Menschen bleiben. Es ist immer noch unglaublich schön, zu wissen, dass wir eine ewige Verbindung zwischen dem Trauernden und Verstorbenen Menschen herstellen.“

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