Musik aus dem WG-Zimmer
Samuel Brözel ist Pianist und Musikproduzent

Münster -

Bis zum Abitur hatte er schon 35 Alben produziert. Mit 18 hat er sein eigenes Label gegründet. Samuel Brözel lebt für die Musik – und schließt gerade erst sein Studium ab.

Dienstag, 30.01.2018, 09:01 Uhr

Das WG-Zimmer ist der Ort, an dem Samuel Brözel seine eigenen Produktionen kreiert. Hinten im Raum steht ein Klavier, doch der Computer ist für die Produktion mindestens genauso wichtig.
Das WG-Zimmer ist der Ort, an dem Samuel Brözel seine eigenen Produktionen kreiert. Hinten im Raum steht ein Klavier, doch der Computer ist für die Produktion mindestens genauso wichtig. Foto: anf

Die Tür vom WG-Zimmer geht nicht ganz auf. Der Kleiderschrank versperrt den Weg, für Samuel Brözel ist das kein Problem. Denn nur so hat er Platz für sein Klavier und den großen Schreibtisch. Denn der Raum ist Schlafzimmer und Tonstudio in einem.

Der 24-Jährige ist Pianist und Musikproduzent, er arbeitet mit Künstlern in ganz Deutschland zusammen. „Die Musik war in meinem Leben schon immer irgendwie da“, erinnert sich der gebürtige Heidelberger.

Bis zum Abitur schon 35 Alben produziert

Als kleiner Junge habe er Schlagzeug spielen wollen, „aber wir hatten ein altes Klavier Zuhause“. Damit fing er dann an, erinnert sich der 24-Jährige. Und dann sei er an den Tasten hängen geblieben. Samuel Brözel war gerade einmal zwölf Jahre alt, als er anfing, selbst Musik zu produzieren.

Bis zum Abitur mit 19 Jahren hat Samuel Brözel schon 35 Alben produziert. „Ich habe Musik gemacht, ein Cover entworfen, ein paar CDs gepresst und die unter Freunden verteilt“, erinnert sich Brözel. Im Jahr 2012, mit gerade einmal 18 Jahren, hat der Student ein eigenes Label gegründet: „Ich wollte mir selbst volle Flexibilität ermöglichen und unabhängig sein. So habe ich alles selbst in der Hand.“

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„Ich wollte raus in die Welt“

Nach dem Abitur war Samuel Brözel lange auf der Suche nach einem Studienplatz. „Ich wollte raus in die Welt“, erinnert er sich. Gelandet ist Brözel dann in Münster an der Musikhochschule. Für den Studiengang „Keyboards & Music Production“ nimmt die Hochschule jedes Jahr nur vier Studierende an – Samuel Brözel hat den Sprung geschafft.

Vier Jahre ist es her, seit es den Studenten nach Westfalen gezogen hat. Jetzt steht sein Studienabschluss bevor. „Da müssen wir ein Konzert veranstalten“, sagt der Pianist und Produzent. Am Mittwoch (31. Januar) lädt er dazu ins Triptychon ein. Doch Samuel Brözel, der mit dem Künstlernamen „Derkalavier“ unterwegs ist, steht nicht alleine auf der Bühne: „Ich habe zwei Bands, sechs Rapper und drei DJs dabei.“

Mittwoch, ab 19.30 Uhr, Triptychon, Am Hawerkamp 31. Der Eintritt ist frei.

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Über Praktika und Nebenjobs hat Samuel Brözel viele Kontakte zu Musikproduzenten und Musikern geknüpft. Im Moment arbeitet er regelmäßig mit Produzenten aus Köln und Berlin zusammen. Außerdem produziert und musiziert er für Rapper und Hip-Hopper in ganz Deutschland, wie der Student sagt.

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Und nach dem Studium?

„Da soll es am liebsten genauso weitergehen“, sagt Samuel Brözel lachend. Er wisse natürlich, dass es ein „knallhartes Business“ sei. Doch er ist davon überzeugt, mit Musik Geld verdienen zu gönnen. „Ich habe mehrere Standbeine“, sagt der 24-Jährige. Er veröffentliche eigene Produktionen, arbeite als Musiker für andere Künstler und gebe Klavierunterricht.

Viele Produzenten verkaufen ihre Songs über das Internet, sagt Brözel: „Rapper können die Beats leasen und jeden Text darauf rappen, den sie wollen.“ Es sei ein lukratives Geschäft, für Brözel aber keine Alternative: „Ich möchte die Kontrolle über meine Musik behalten.“ Da stecke viel Persönliches drin. Vor allem seine aktuelle Stimmung spiegele sich in seinen Liedern wider: „Ich kann Sachen ausdrücken, die ich vielleicht gar nicht sagen will.“ So gerne er in Münster lebt, so sicher ist sich Samuel Brözel, dass ihn sein Weg nach Berlin ziehen wird. „Musikalisch gibt es dort viel zu erleben.“

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