Sonderausstellung bis Mai
Naturkundemuseum zeigt Schätze aus dem Magazin

Münster -

Ein versteinerter Krokodilschädel gefällig? Oder ein ausgestopfter Tiger? Auch ein Mammut-Oberschenkel wäre im Angebot . . . Das Naturkundemuseum hat 2,3 Millionen Objekte in seinen Sammlungen. Ein Teil davon wird jetzt in einer Sonderausstellung gezeigt.

Dienstag, 13.02.2018, 14:02 Uhr

Naturkunde im alten Stil: Zahlreiche Insekten werden in der Sonderschau zu sehen sein.
Naturkunde im alten Stil: Zahlreiche Insekten werden in der Sonderschau zu sehen sein. Foto: LWL/Oblonczyk

Weil sein Magazin umzieht, präsentiert das Naturkundemuseum an der Sentruper Straße 285 ab Freitag (16. Februar) und bis zum 13. Mai in einer kleinen Sonderschau Objekte aus all seinen Sammlungen.

In den Sammlungen befinden sich laut Pressemitteilung naturkundliche Kulturschätze, deren Großteil meistens verborgen bleibt. Die neue Sonderschau gibt Einblicke in die Regale und Schränke der Magazine mit Präparaten, Fossilien und Insektenkästen. Den Betrachter erwarten Paletten voller Ammoniten, Regale mit Dutzenden von Vogelpräparaten, der Oberschenkelknochen eines Mammuts und der Schädel eines Wollnashorns.

In jeder Ecke und in jedem Regal gibt es etwas Neues zu entdecken. „Wir zeigen beispielsweise einen Querschnitt aus den geowissenschaftlichen Sammlungen. Wir wollen den Besuchern verdeutlichen, wie verschieden und komplex unsere Sammlungen sind und was es heißt, damit umzuziehen“, sagt Dr. Lothar Schöllmann, der Leiter der geologisch-paläontologischen Sammlungen des Museums.

Im Eingangsbereich wird als besonderer Höhepunkt der rund vier Meter lange und 300 Millionen Jahre alte verzweigte Ast eines Schuppenbaums (Lepidodendron) präsentiert. Mit bis zu 80 Prozent produzierten die Schuppenbäume den größten Anteil der pflanzlichen Biomasse, die zur Bildung der Steinkohle im Ruhrgebiet führte.

Ebenfalls zu sehen ist ein versteinerter Krokodilschädel (Tyrannoneustes) aus Westfalen. Das seltene Fossil wurde 2014 in einem Steinbruch im Kreis Minden-Lübbecke gefunden, Experten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe bargen den Fund und präparierten ihn in ihrem Museum.

In der Sonderschau stehen sich der sogenannte „letzte Wolf“ aus dem Jahr 1835 und der erste Totfund eines zurückgekehrten Wolfs von 2017 gegenüber. Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs : „Wir dokumentieren mit unseren Sammlungen die besonderen Veränderungen in der heimischen Artenvielfalt. Dazu gehören die beiden Wölfe.“

Auch das Präparat des Tigers Rasputin aus dem Allwetterzoo ist in der Sonderschau zu sehen. Er wurde im vergangenen Jahr in der zoologischen Präparationswerkstatt des Museums fertiggestellt. Es gibt noch viele weitere Tiermodelle, etwa vom Tier des Jahres, der Wildkatze, sowie vom Star, dem Vogel des Jahres.

Aus der botanischen Sammlung werden Teile der mit 500 000 Herbariums­belegen größten Pflanzensammlung Nordrhein-Westfalens gezeigt, darunter verschiedene Pilze, Moose und Flechten. Die Exponate sind bis zu 250 Jahre alt und stammen aus Westfalen und der ganzem Welt. „Von den mehr als 2,3 Millionen Objekten in unseren Sammlungen kann natürlich in der Sonderschau nur ein kleiner Teil gezeigt werden“, sagt Kriegs.

Anhand dieser sonst unzugänglichen Ausstellungstücke werde den Besuchern das Grundprinzip einer naturkundlichen Sammlung nähergebracht und die Kernaufgabe eines Museums „Sammeln – Erforschen – Bewahren“ verdeutlicht, heißt es.

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