„Leichtmatrose“ aus Münster
Zügelloser Lebemann und melancholischer Romantiker

Münster -

Morbider Charme: In seiner neuen Single „Wenn es Nacht wird in Paris“ taucht das Elektrochanson-Projekt „Leichtmatrose“ aus Münster ins sündige Leben der französischen Metropole im Jahre 1922 ein. Mit Erfolg.

Donnerstag, 15.02.2018, 13:02 Uhr

Bei der Abmischung von „Wenn es Nacht wird in Paris“ verstanden sich Sänger und Komponist Andreas Stitz (r.) und Scooter-Gründungsmitglied Rick J. Jordan bestens.  
Bei der Abmischung von „Wenn es Nacht wird in Paris“ verstanden sich Sänger und Komponist Andreas Stitz (r.) und Scooter-Gründungsmitglied Rick J. Jordan bestens.   Foto: privat

„Wenn es Nacht wird in Paris, kriechen sie aus ihren Gräben. Denn erst dann beginnt das Leben, wenn die Sonne untergeht, strahlt die Straße der Halunken. Sag Adieu zu Sitte und Moral, liegen sie in fremden Betten, nicht mal Jesus kann sie retten.“

In seiner neuen Single taucht das Elektrochanson-Projekt „Leichtmatrose“ aus Münster ein in den morbiden Charme des sündigen Paris im Jahre 1922.

Im atmosphärisch dichten Burlesk-Video bei Youtube (in einer Gastrolle: Charlie Steinberg von der Törner Stier Crew) wie auch im Ohrwurm-verdächtigen Song zwischen Chanson und Pop gibt sich Sänger Andreas Stitz zugleich als zügelloser Lebemann mit Zylinder und Gehstock wie als melancholischer Romantiker. Der hauptberufliche Bewährungshelfer besingt mit wildem Herzblut und exzellentem Timbre zwischen Poesie und Straße das alte Lied vom ewigen Leid der Liebe. Frech, frivol und trotzdem feingeistig baut er Brücken zwischen gestern und heute.

Mit Erfolg: Der „Paris“-Song, der übrigens nur den Namen gemein mit dem gleichnamigen 1954er-Hit von Caterina Valente hat, wird nicht nur im Internet gefeiert sondern stieg von null auf Platz 19 direkt in die „Deutschen Alternative Charts“ ein. Für die richtige Power sorgt Schlagzeuger Mel Gaynor von den Simple Minds. Wie kam es dazu? Andreas Stitz: „Mel wurde durch den legendären Schlagzeug-Producer Uli Frost, bei dem wir aufnahmen, mit ins Boot geholt. Mel hatte sofort Bock auf unsere Musik. Er spielte vier Songs mit uns ein.“

Für den Video-Schnitt von „Paris“ zeichnet Rick J. Jordan verantwortlich. „Rick kannte den Regisseur vom letzten Video“, erläutert Stitz, „und er schuldete ihm noch einen Gefallen.“ Dem Gründungsmitglied von „Scooter“ gefiel die Zusammenarbeit mit Stitz sehr gut. Der Ex-Scooter-Keyboarder wollte mehr und hörte sich alle neuen Songs von Leichtmatrose an. „Er war begeistert und wir produzierten drei Songs gemeinsam“, berichtet Stitz. „Das funktionierte so gut, das Rick sich entschloss, komplett bei uns einzusteigen.“

Das neue Album soll im Frühjahr erscheinen. „Gemeinsam mit der 80er-Kult-Band Shock Therapy planen wir im Mai/Juni 2018 einige Doppelkonzerte zum Live-Release“, kündigt Stitz nicht ohne Stolz an. Ein Gig in Münster sei in Arbeit. „Eventuell in der Sputnikhalle.“ Zunächst gibt es Doppelkonzerte mit Sänger Guido Dossche (23. März, Hannover, „Subkultur“; 24. März, Köln, „Coco Schmitz“, jeweils 21 Uhr) und ein Leichtmatrosen-Konzert am 21. April im „Sofa“ in Bonn.

www.facebook.com/derleichtmatrose/

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