Mo., 08.07.2013

Der leichte Weg zur Inklusion Im Nordwalder Fürstengrund begegnen sich Behinderte und Nichtbehinderte auf Augenhöhe

Die Nachbarn des Fürstengrundes in Nordwalde und die Bewohner des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses leben seit vielen Jahren in guter Gemeinschaft zusammen. Ende Juli wird das mit einem Straßenfest gefeiert.

Die Nachbarn des Fürstengrundes in Nordwalde und die Bewohner des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses leben seit vielen Jahren in guter Gemeinschaft zusammen. Ende Juli wird das mit einem Straßenfest gefeiert. Foto: Uwe Renners

Nordwalde - 

Inklusion? Die Nachbarn des Fürstengrundes in Nordwalde haben dafür nur ein Lächeln über: „Das ist hier seit fast 30 Jahren gelebte Realität“, sagt Ingeborg Rhein. Sie sitzt an einem sommerlichen Abend mit rund 25 anderen Nachbarn im Garten des Eva-von-Tiele-Winckler-Hauses in Nordwalde. Rhein ist Nachbarin und gleichzeitig auch stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins.

Von Uwe Renners

Das Eva-von-Tiele-Winckler-Haus ist eine Wohneinrichtung im Rahmen der Eingliederungshilfe. Es bietet 34 Menschen mit geistigen oder körperlichen Handicaps ein Zuhause. In vier Wohngemeinschaften werden zusammen Alltag und Freizeit gestaltet. Die Wohngemeinschaften sind gemischt zusammengesetzt. Sie lassen Gemeinschaft, Akzeptanz, Wertschätzung und Geborgenheit erleben.

Und die hört im Fürstengrund nicht vor der Haustür auf. „Ende Juli feiern wir zusammen mit den Bewohnern des Hauses ein großes Straßenfest ,30 Jahre Fürstengrund´“, berichtet Ingeborg Rhein . Der Erlös des Festes geht an den Förderkreis. Nicht zum ersten Mal. Der Erlös des jährlich wiederkehrenden winterlichen Glühweintreffens der Nachbarn fließt ebenfalls dorthin. In dem Förderverein wiederum sind zahlreichen Fürstengrundler vertreten, die dann auch mitentscheiden, wozu das Geld genutzt wird. Zum Beispiel für das Kunstprojekt „Malen färbt die Seele bunt“.

Elf behinderte Künstler des Hauses haben dabei in Acryl auf Leinwand Bilder gemalt, die zurzeit im Nordwalder Rathaus für die gesamte Öffentlichkeit zu sehen sind. „In kleinen Gemeinden ist der Weg zur Inklusion viel leichter zu gestalten“, freut sich die Leiterin des Hauses, Lieselotte Marquardt . Die Nachbarn des Fürstengrundes mit ihren 64 Häusern und auch die Nordwalder generell würden den behinderten Menschen auf Augenhöhe begegnen. Und das sei keine Floskel, betont sie. „Unsere Bewohner sind in der Nachbarschaft, beim Schützenfest und überall in der Gemeinde gerne gesehen“, sagt Marquardt.

„Hier trennen keine hohen Mauern die unterschiedlichen Wohnbereiche, nur der Verlauf des Hellbaches und der große Garten“, sagt Ingeborg Rhein. Über die Jahrzehnte seien zwischen den Bewohnern dies- und jenseits des Hellbaches ganz besondere Beziehungen gewachsen. Die wollen die Fürstengrundler auch in Zukunft pflegen.

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