Do., 08.08.2013

Rund um die Krüsellinde Nachbarschaft hat eigenes Ortsschild – und einen jahreszeitlich geschmückten Festbaum

Alt und Jung kommen traditionell zu den Veranstaltungen der Krüselnachbarschaft im Schatten der alten Krüsellinde – dem Wahrzeichen Altenberges.

Alt und Jung kommen traditionell zu den Veranstaltungen der Krüselnachbarschaft im Schatten der alten Krüsellinde – dem Wahrzeichen Altenberges. Foto: Peperhowe

Altenberge - 

Rund um die altehrwürdige Krüsellinde – wo einst Recht gesprochen wurde – hat sich in Altenberge eine eingeschworene Gemeinschaft gebildet. Einmal im Jahr steigt auf den Wiesen davor – dem Krüselpark – das Krüselfest. Und obwohl die Anwohner der nahen Krüsel­straße selbst nicht dazugehören, leben jene des Vogelviertels und des Alten Münsterwegs in der (so genannten Krüsel-)Siedlung.

Von Julia Gottschick

„Wir sind Krüsel“, heißt es entsprechend auf dem selbst entworfenen Banner mit Linde – und dem roten Gerichtstisch darunter. „Wir haben sogar ein Ortsschild “, deutet Heribert Reer an den Straßenrand. Und tatsächlich: Dort prangt es seit 2008 täuschend echt in einiger Höhe. Allein, das Format ist kleiner als das echter Ortsschilder. „Wir sind unter der DIN-Größe geblieben, sonst hätten wir Ärger mit den Behörden bekommen“, glaubt Reer, der selbst vor 50 Jahren in der Krüselsiedlung aufwuchs.

Auf dem angrenzenden Spielplatz steht in der Mitte der großen Wiese ein stattlicher Festbaum . Je nach Jahreszeit wird er entsprechend geschmückt: So ist er im Frühjahr ein Maibaum und hängt an Ostern voller Eier. Vor Weihnachten, da dient er als Adventskranz, dem an jedem Sonntag im Dezember ein weiteres Licht aufgeht. „Dann treffen wir uns traditionell im Pavillon auf der Wiese, es gibt Glühwein oder ein Bierchen“, schildert Helma Reer . Rund 70 Menschen – auch aus dem Dorf – seien schon zusammengekommen, freuen sich die Reers. Besonders an der 240 Mann (und Frau) starken Nachbarschaft ist: Es gibt 14 Mehrgenerationenhäuser. Die Alterspalette reicht von einem bis 90 Jahren. „Und bei den Älteren, da passen wir auf: Ist alles in Ordnung? Müssen wir da mal wieder vorbeischauen?“

Legendär sind die Radtouren am 1. Mai rund um Altenberge – oder auch die gemeinsamen Ausfahrten auf Motorrädern. Vor dem Krüselfest selbst werden von allen Anwohnern je fünf Euro gespendet – davon macht Helma Reer dann für rund 70 Kinder eine Tasche zurecht: mit Buttons, kleinen Geschenken und sogenannten Krüsel-Dollars. Auch gibt es für alle unter 14 Jahren Pommes, Getränke und Eis gratis. Damit die Organisation nicht immer auf den gleichen Schultern ruht, wird regelmäßig ein neuer „Krüselboss“ bestimmt. Der fürs nächste Jahr, sagen die Reers mit einem Schmunzeln, ahnt derzeit noch nichts von seinem Glück.

„Trinkfester als in meiner Heimat“, sagt die Essenerin Ursula Dahlhaus mit einem Schmunzeln, seien die Menschen in Altenberge. Sie lebt seit 2001 in der Krüselnachbarschaft und fühlte sich von Anfang an gut aufgehoben. „Für mich war dieses generationsübergreifende Miteinander völlig fremd.“

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