Mo., 08.07.2013

Völlig aus dem Tönnishäuschen Dorf-Gemeinschaft zieht professionell Aktionen auf, die es nur einmal gibt

Der harte Kern der Nachbarschaft findet auf der Wendeltreppe der Alten Schule Platz.

Der harte Kern der Nachbarschaft findet auf der Wendeltreppe der Alten Schule Platz. Foto: Christian Wolff

Ahlen - 

Ob Schweinachtsmarkt, Kuh-Bingo, ein Alm­auftrieb oder „Tönnis rummelt“: Die Aktionen der Nachbarschaft „Tönnishäuschen – Unser Dorf e.V.“ sind einzigartig. „Wir machen alles nur einmal. Warum? Weil uns sonst langweilig wird“, stellt Vorstandsmitglied Thomas Gerullis klar.

Von Julia Gottschick

2005 gegründet, organisiert der Verein unter dem Motto „Tönnis aus dem Häuschen“ Feste, Straßen- und Spielplatz-Säuberungs- sowie Kultur-Events. Los ging’s 2005 mit dem Weihnachtsmarkt, bei dem das halbe Dorf und der angrenzende Wald festlich beleuchtet und mit klassischer Musik berieselt wurden. „Wir sind Tage im Unterholz rumgekrochen, um die Kabel zu verlegen“, so Gerullis .

Dass der Markt unter dem Schweine-Logo firmierte, lag am Ursprung des Ortsnamen. „Tönnis“ ist Plattdeutsch für den Dorf-Patron Antonius, der im Ort als Holzskulptur zu finden ist. Dem Schweinehirten guckt sogar ein Ferkelchen unter der Kutte hervor.

„Entsprechend war das Angebot auf dem Schweinachtsmarkt “, lacht Christiane Heuser . Es gab Spanferkel, Schweinchentassen und Malaktionen rund ums Thema. Ähnlich zünftig ging es beim Kuh-Bingo 2010 zu. Etliche Quadratmeter Wiese wurden in 100 Felder unterteilt – „und zwei ortsansässige Kühe draufgetrieben“, beschreibt Vereinsvorsitzender Manni Weirowski. „17 Sekunden hat’s gedauert, bis der erste Fladen fiel.“

2007 wurden die Höfe der Gegend zur Kulturstätte: A cappella, Zauberer, Theatergruppen sorgten für Zerstreuung. Im Pulk, mit Kinderwagen und auf Rädern, zogen die Nachbarn von einem Hof zum nächsten – und machten sich im Wortsinn auf „Hof-KulTour“. Was dem früheren Vorsitzenden Thomas Rieping wichtig ist: „All das trägt sich selbst, die Akteure machen alles unentgeltlich.“ Auf Zeitreise ging es im September 2009 bei „Tönnis rummelt“, einer Kirmes im Stil der 20er Jahre.

Gerullis und Co. stellten sich als Boxer zur Verfügung. „Ich hab mir den kleinsten Gegner ausgesucht“, grinst er. Christiane Heuser und die Künstlerin Martina Bömer nähten Waschfrauen-Kostüme, manch anderer lieh sich etwas von der Waldbühne. Alles andere als schnöder Trödel: Bei „Tönnis parkt aus“ holten die findigen Ahlener Kleinkunst in ihre Garagen. Vom Poesie-Café über eine Mobile Tanzschule bis hin zur Carrerabahn reichte die Palette. Was die Nachbarn da ehrenamtlich und in Eigenregie auf die Beine stellten, zog am 19. August 2012 Neugierige aus dem ganzen Umland an.

Einzige regelmäßige Veranstaltung, das Musikfestival „Tönnis rockt“, steht am 20. Juli an der Alten Schule auf dem Kalender. Die Dorf-Band „Los Tres Amigos Professionales Incontinencia de la Casita de San Antonio“ – Spanisch für Tönnishäuschen – wird kubanische Rhythmen beisteuern. Auch eine Kunst-Aktion steht an, bei der Bildhauer, Maler und Aktionskünstler – unter anderem aus dem Dorf – zum Mitmachen animieren.

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