Mo., 06.10.2014

Alte Wunden Helmut Kohl und die CDU

Dass Helmut Kohl ordentlich gekeilt hat, auch in die eigene Partei hinein, ist bekannt. Der Glanz als Kanzler der Einheit und als großer Europäer war und ist die eine Seite der Medaille – die Kehrseite gehört allein dem Machtmenschen Kohl, schroff und unbeugsam in seiner Art. So bleibt auch die Spendenaffäre an ihm haften wie alter Klebstoff, zäh und nicht wasserlöslich.

Dass die Aufregung in der CDU nun dennoch groß ist, beweist nur, dass es nicht nur um „olle Kamellen“ – also langweiliges Zeugs – geht. Was in den Kohl-Protokollen auftaucht, was der Altkanzler zu Norbert Blüm oder Angela Merkel hat verlauten lassen, ist zum Teil ehrverletzend. Der langjährige CDU-Vorsitzende hat sich immer schützend vor seine Freunde gestellt, seine Gegenspieler aber mussten ihn fürchten.

Ausgerechnet ein schwelender Rechtsstreit mit seinem Ghostwriter reißt jetzt die alten Wunden wieder auf. Mit dem Kanzler der Einheit hatte die CDU ihren Frieden bereits seit Langem gemacht, aber das Verhältnis zum Machtmenschen Kohl bleibt ein angespanntes, auch wenn die Aufzeichnungen auf die Jahre 2001/2002 zurückgehen. Die Partei tut sich schwer damit, das Vermächtnis ihres Über-Vorsitzenden in eine Stiftung übergehen zu lassen. An Helmut Kohl scheiden sich die Geister.

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