Mo., 20.10.2014

Lokführer legen die halbe Republik lahm Ein politischer Amoklauf

Viele Züge fuhren verspätet oder gar nicht.

Viele Züge fuhren verspätet oder gar nicht. Foto: Markus Lehmann

Da mag sich dieser Klein-Gewerkschaftsführer verbal noch so winden: Der 50-stündige Streik der Lokführer ist und bleibt ein gewerkschaftspolitischer Amoklauf. Ein Kommentar von Norbert Tiemann.

Von Norbert Tiemann

Mit aufgesetzter Unschuldsmiene und dem Einfühlungsvermögen eines Vorschlaghammers ist es Herrn Weselsky nicht gelungen, diesen Arbeitskampf ausgerechnet an einem der verkehrsintensivsten Wochenenden des Jahres zu rechtfertigen. Natürlich muss ein Streik spürbar sein, wehtun, wenn er nicht verpuffen soll; an einem solchen Wochenende aber die halbe Republik lahmzulegen, Hunderttausende Reisende einer Art Freiheitsberaubung auszusetzen, das entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit bei der Wahl der Mittel. Ätzend. Dem womöglich berechtigten Anliegen der Lokführer – mehr Gehalt und weniger Arbeitszeit – hat die GDL-Spitze einen Bärendienst erwiesen.

Zumal es Weselsky darum gar nicht geht. Auf dem Rücken der Lokführer und verprellter Reisender instrumentalisiert dieser Mann das Streikrecht für seine persönlichen Macht- und Karriereambitionen – Mitgliederwerbung der besonderen Art. Dass es bei der Streikabstimmung überdies nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein soll, schlägt dem Fass den Boden aus. Das alles ist eine einzige Zumutung.

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