Fr., 22.01.2016

AfD-Veranstaltung in Münster abgesagt Das Phantom von Münster

(Aktualisiert) Die geplante AfD-Veranstaltung in Münster hat viele Reaktionen hervorgerufen. Auch im Netz wird darüber diskutiert. Ein Überblick:

Kommentar von WN-Redakteur Klaus Baumeister

Was für ein Chaos. Sie kommt, sie kommt nicht. Sie spricht hier, sie spricht dort. Und am Ende sogar eine Demonstration gegen eine Frau, die überhaupt nicht nach Münster gekommen ist.

Über kaum jemand wurde in den vergangenen Tagen so viel diskutiert wie über Frauke Petry. Die AfD-Bundesvorsitzende wurde zum Phantom von Münster, bei Facebook überschlagen sich die Einträge regelrecht. Petry erhielt eine Aufmerksamkeit, die sie – gemessen an den politischen Inhalten – eigentlich gar nicht haben sollte.

Gleich zwei Mal innerhalb von drei Tagen haben Gastronomen der AfD Räumlichkeiten für einen Petry-Auftritt angeboten – und die Zusage dann wieder zurückgezogen.

Jeder Betreiber eines Veranstaltungsraumes hat das gute Recht, nicht an die AfD zu vermieten. Aber wer zusagt und dann absagt, macht den Veranstaltungsort selbst zum Politikum.

Das ist nicht gut für eine Gastronomie, die offen sein möchte.

Video-Interviews vor Ort

Reaktionen im Netz

Matthias Karl Hüntemann:Allein die Tatsache, dass über 250 Münsteraner trotzdem den Weg auf sich genommen haben, in der Kälte, gegen die abgesagte AfD Veranstaltung zu demonstrieren, zeigt doch: Münster ist bunt...und nicht braun.

Sigrid Zurtrepp: Eine echt seltsame Art von Demokratieverständnis. Was ich nicht hören will, wird mundtot gemacht, hmm. Das kennt man eigentlich nur von Diktaturen, oder Staaten wie der Türkei derzeit.

 - Kaethe Sauer: @Sigrid Zurtrepp: Rassismus gehört in keine Demokratie

Jens Kweku: Sehr gut Münsteraner! Die rechten Hetzer sind an der Realität gescheitert und ihr ganzen Facebook-Verteidiger der "Versammlungsfreiheit " warum meckert ihr hier? Ihr hättet doch auch eine pro afd demo veranstalten können... aber online gegen die böse linksgrüne gutmenschlichkeit zu wettern ist natürlich viel bequemer ;)

Die Partei "Die PARTEI" Münster: „Es gibt in Münster keinen Ort, an dem wir unser Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ausüben können.“ Tja. Dank des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit, das auch für Menschen gilt, die mit dem rechten Rand nichts zu tun haben wollen.

Rene Schülke: Mal ehrlich im Endeffekt muss man nicht mit euch diskutieren. Jeder wählt das, wofür er steht und fertig. Die jenigen, die die AfD wählen wollen, machen es sowieso. Glaube kaum, das ihr sie zu Rot oder Schwarz bewegen könnt.

Max Neuhaus: Meinungsfreiheit und Sicherheit müssen sich die Waage halten. Lt WN haben die von der AfD angefragten Örtlichkeiten der AfD aufgrund von Sicherheitsbedenken eine Absage erteilt. Ausschreitungen von links á la Antifa sind uns allen hinreichend bekannt. Jeder Fußballverein, jeder Karnevalsverein muss ein Sicherheitskonzept bei Veranstaltungen vorlegen, um die Öffentlichkeit vor Schäden aller Art zu schützen. Das ist auch von der AfD nicht zu viel verlangt! Hätte man den Betreibern der Gaststätten und der Polizei ein entsprechendes Konzept vorgelegt, hätte Frau Petry auch auftreten können. Wir leben ein freies Land.
Den Demonstranten hier den Schwarzen Peter zuzuschieben greift eindeutig zu kurz, liebe AfD-Versteher.

Ralf Boecks: Ich halte es unabhängig von politischer Gesinnung für sehr sehr bedenklich mit den Absagen. Ein Gastronom ist ersteinmal ein Geschäftsmann der seine Halle vermieten will. Ob da nun Truppe A) die deutsche Heimatfrage zur Gothischen Heimatfrage macht oder Truppe B) über die Notwendigkeit von elektrischen Zahnbürsten diskutiert, sollte IMO egal sein.

Matthias Libertas Laumann: Was für eine Heldentat, erst verhindert man feige, dass die AfD überhaupt auftreten kann, dann demonstriert man obwohl es niemanden gibt, gegen den man vor Ort demonstrieren könnte. Was soll das werden? Wieso diese Angst vor einer Partei, mit der man sich auch wie mit allen anderen auseinandersetzen kann? Eine lebendige Demokratie zeichnet sich jedenfalls nicht durch das Verhindern politischer Veranstaltungen und anschließender Geisterdemos aus.

 - Ulrike Löw: Doch, genau das gehört auch zu einer lebendigen Demokratie dazu. Die Anti-Pegida-Demos in Münster fanden auch statt ohne eine entsprechende Pegida-Demo. So what? Frau Petrys geplantes Erscheinen war nur der Anlass, aber nicht der Grund, um gegen die AfD zu demonstrieren.

Stefan Proske-Schuppelius: Respekt!!! Super das so viele Menschen sich gestern auf dem Weg gemacht haben. In Münster gelingt, was in einigen Regionen und Städten leider nicht ausreichend funktioniert - ein sichtbares Engagement Vieler gegen jede Form von Rassismus, Ausgrenzung und Abschottung. Die AFD darf nicht verharmlost werden... sie und andere wie Pegida und NPD sind die Stichwortgeber des rechten Mobs... Der Name des Bündnisses gegen Rechts bleibt Programm und Richtig: KEINEN METER! Nur durch kontinuierliches und entschiedenes Auftreten kann verhindert werden, dass wir, wie beispielsweise in Dresden, München, Leipzig, nicht jede Woche mit "laufenden Rassisten" zu tun haben... die oftmals unsäglichen Kommentare gegen Flüchtlinge im Netz sind schon unerträglich genug!

Leserkommentare

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