Mi., 14.09.2016

Kommentar zur Monsanto-Übernahme durch Bayer Riskante Strategie

Bei den meisten Deutschen hat Bayer einen exzellenten Ruf zu verlieren. Die segensreiche Wirkung des mehr als hundert Jahre alten Schmerzmittels Aspirin hat das Image des Leverkusener Konzerns jahrzehntelang positiv geprägt.

Von Jürgen Stilling

Doch nun begibt sich Bayer auf ein Terrain, das zwar betriebswirtschaftlich lukrative Perspektiven eröffnet, das Ansehen aber arg beuteln kann. Der Name der künftigen Konzerntochter „Monsanto“ steht vor allem für das umstrittene Pestizid Glyphosat sowie für gentechnisch verändertes Saatgut.

Klar, Bayer musste sich entscheiden: Will der Konzern auch künftig in der ersten Weltliga der Agrarchemie mitspielen, war ein Zukauf zwingend erforderlich. In der Branche toben Übernahmeschlachten. Da heißt es letztlich: kaufen oder gekauft werden.

Allerdings: Besonders in der Chemieindustrie legen Verbraucher und auch Aktionäre immer häufiger großen Wert auf eine nachhaltige Geschäftspolitik. Auf Dauer reicht es daher nicht, nur umfangreiche Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen. Bei der Monsanto-Übernahme wurde die kurz- und mittelfristige Rendite offenbar höher gewichtet als die langfristige Verantwortung für Mensch und Umwelt – eine riskante Strategie.

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