Do., 13.10.2016

Kommentar Mit Worten die Welt anrühren - Bob Dylan bekommt den Literaturnobelpreis

Bob Dylan

Bob Dylan Foto: dpa

Die Schwedische Akademie hält dicht – bis zu jenem Tag, an dem sie den Literaturnobelpreisträger verkündet. Auch diesmal kam keiner der Favoritennamen zum Zuge, kein Romancier, kein Lyriker, kein Autor unter aktuellem politischen Druck, kein Historiograph. Nein: Ein Musiker, Sänger und Liedschreiber bekommt den Preis: Bob Dylan

Von Johannes Loy

Ein Mann, der Liedtexte schrieb, die in ihrer luftigen und duftigen Sprache die Erde umrundeten. Ein Poet, dessen bildreiche und kraftvolle Poesie gerade auch durch die Musik dauerhafte Wirkung erlangte. Seine Lieder sind im besten Sinne Evergreens und überdauern Moden, Trends und „Wellen“. Die Akademie überrascht mit der Wahl eines Musik-Poeten, aber ihr Votum ist schlüssig.

Auch Dario Fo, den jetzt mit 90 Jahren gestorbenen Theatermann, hatte 1997 niemand auf der Rechnung. Nicht nur dies vereint die beiden Preisträger, sondern auch ihr Ansinnen, Menschen mit Sprache zu erreichen, anzurühren, zu treffen, die Tiefen des Lebens auszuloten, sich für die Sache der Schwachen einzusetzen. Der Preis unterstreicht, wie wichtig das gedichtete und nachhallende Wort in unserer friedlosen Zeit ist.

Fotostrecke: Bob Dylan - Die Karriere eines Weltstars

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