NRW-SPD
Neubeginn mit Urgestein

Es war eine Frage der Zeit, wann André Stinka Konsequenzen aus der verheerenden Wahlniederlage ziehen würde. Als Generalsekretär war er – wie die übrige Parteispitze – verantwortlich für eine miss­lungene Wahlkampagne der SPD, die erkennbar nicht dem Pulsschlag der sozialdemokratischen Herzkammer entsprach.

Donnerstag, 18.05.2017, 19:05 Uhr

NRW-SPD : Neubeginn mit Urgestein
Michael Groschek soll der neue Vorsitzende der NRW-SPD werden. Foto: Gunnar A. Pier

Wohlfühl-Botschaften und Harmonie verströmende Bildsprache standen nicht nur im krassen ­Widerspruch zum SPD-Thema soziale Gerechtigkeit. Sie setzten vor allem den Kampagnen von CDU und FDP , die griffig mit der Unzufriedenheit der Bürger und deren Problemen zur Attacke bliesen, nichts entgegen. Nicht mal eigene Versprechen. Wo es im Detail gehakt hat, warum sie nicht vernehmbar und nachdrück lich genug auf die Angriffe reagierten, warum sie immer mehr unter Rechtfertigungsdruck gerieten – all diese mühsamen Fragen müssen die Sozial­demokraten jetzt für sich beantworten. Nicht nur mit neuen Köpfen. Zum Neuanfang gehört die absolut ehrliche Analyse.

Indem er nach Hannelore Kraft folgerichtig seinen Posten räumt, macht Stinka den Weg für eine neue Parteispitze frei. Genossen-Urgestein Michael Groschek verkörpert zwar allein keinen Neuanfang. Er kann aber die ideale Übergangsbesetzung sein, um den Sozialdemokraten wieder Selbstvertrauen zu geben. Und die Zeit, um sich inhaltlich wie personell wirklich zu erneuern.

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