Kommentar
Studie über Stickoxide am Bült: Es bleibt schmutzig

Münster ist im langen Katalog der Städte, die aktuell von der Deutschen Umwelthilfe wegen erhöhter Schadstoffbelastung in der Luft verklagt werden sollen, nicht vertreten. Das aber keineswegs, weil hier etwa die Luft rein wäre. 

Samstag, 02.09.2017, 10:09 Uhr

Kommentar : Studie über Stickoxide am Bült: Es bleibt schmutzig
Demonstranten des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) protestieren gegen Luftbelastungen durch Diesel-Stickoxide. Foto: dpa

Münster hat mit seinem Stickoxid-Hotspot Bült nur geringfügig die Grenze unterschritten, die die Umwelthilfe sich selbst als Marke für eine Klage gesetzt hatte. Ist die Überlegung der münsterischen Klimatologen, den Bült für den Durchgangsverkehr zu sperren, also nur ein Unkenruf?

Das Ausmaß der Luftbelastung hat zwar aktuell nicht dafür gereicht, verklagt zu werden, aber Münster überschreitet an dieser Stelle immer noch knapp den von der EU gesetzten Grenzwert.

Die neue Studie der Uni-Klimatologen über die Luftbelastung am Bült weist auf den Individualverkehr hin, dessen Beitrag zur Luftverschmutzung nach den Mess-Ergebnissen noch höher ist, als ohnehin schon bekannt war. Nicht nur die aktuell in der Kritik stehenden Dieselautos, auch die „Benziner“ blasen um ein Vielfaches mehr an Schadstoffen in die Luft, als die Hersteller angeben.

Die Stadt Münster verweist gern darauf, dass die Stickoxid-Werte an dem an Busverkehr reichen Bült zuletzt gesunken seien und die Stadtwerke bei ihren neuen Bussen zunehmend auf Elektroantrieb setzen wollen. Der Verkehr in der Stadt aber, das zeigt übrigens auch die Unfallstatistik, wird dichter – was Politiker im Rathaus über restriktive Maßnahmen wie eine City-Maut nachdenken lässt, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Auch wenn das vorerst theoretische Überlegungen sind – der Trend weist in Münster und in vielen anderen Städten in Richtung einer stärkeren Reglementierung des motorisierten Individual-Verkehrs.

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Solange der nicht sauberer wird und weiterhin mehr Menschen in die Stadt drängen, ist keine wirkliche Entlastung zu erwarten. Die Studie der münsterischen Wissenschaftler ist darum keineswegs bloß ein Unkenruf.

  

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