Kommentar
Wegeners GSG 9 und der Kampf gegen den Terror: Die Demokratie ist wehrhaft

Gibt es einen Wendepunkt im Kampf gegen den Terror der RAF (Rote Armee Fraktion), so ist er untrennbar mit einem Namen verbunden: Ulrich Wegener. 

Mittwoch, 03.01.2018, 19:01 Uhr

Kommentar: Wegeners GSG 9 und der Kampf gegen den Terror: Die Demokratie ist wehrhaft
Der damalige Kommandeur Ulrich Wegener (r.) mit der kleinsten taktischen Einheit der GSG 9, der Spezialeinsatztruppe, aufgenommen 1979. Foto: Roland Scheidemann/dpa

Die von ihm aufgebaute Spezialeinheit GSG 9 beendete auf dem Flugfeld in Mogadischu nicht nur die Qualen der Entführten in der „Landshut“, sie zerschlug damit zugleich alle Hoffnungen der RAF-Terroristen, den demokratischen Staat in die Knie zwingen zu können. Die Bundesrepublik hatte sich als wehrhaft erwiesen. Damit geht die Bedeutung der GSG 9 weit über den konkreten Erfolg in Mogadischu hinaus.

Vorausgegangen war jedoch eine harte Zeit blutiger Lehren. Immerhin war eine dramatische Niederlage einst Grund für die Gründung der GSG 9 gewesen: Der Tod der israelischen Geiseln im Feuer palästinensischer Terroristen auf dem Flugfeld von Fürstenfeldbruck. Die deutsche Polizei hatte sich bei den Olympischen Spielen 1972 schlicht als nicht vorbereitet auf den Terror erwiesen.

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Der Rückblick zeigt, wie schnell die Sicherheitsbehörden damals gelernt und sich mit neuen Methoden (Rasterfahndung) auf neue Gefahren eingestellt haben – und dies im Wesentlichen, ohne die bürgerlichen Freiheitsrechte über Gebühr einzuschränken. So gesehen darf die Bundesrepublik aus den dunklen Jahren des RAF-Terrors auch Zuversicht ziehen: Niemand kann wissen, welche Untaten sich Terroristen in Zukunft ausdenken werden. Aber der demokratische Staat ist, solange er wachsam bleibt, nicht wehrlos – auch nicht gegen gewissenlose Mörder.

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