Kommentar
Abkehr vom „Turbo-Abitur“: Konsequenter Schritt

Die grundsätzliche Idee, ein „Turbo-Abitur“ nach zwölf Jahren Schule anzubieten, war so verkehrt nicht. Aber die politische Umsetzung war dilettantisch. Schüler, Lehrer und Eltern mussten ausbaden, dass keine guten Rahmenbedingungen geschaffen wurden, bevor die Jugendlichen sich durch den komprimierten Stoff der acht Jahre Gymnasium kämpften.

Mittwoch, 07.03.2018, 09:03 Uhr

Kommentar: Abkehr vom „Turbo-Abitur“: Konsequenter Schritt
Die Tage des ungeliebten «Turbo-Abiturs» sind jetzt in NRW gezählt. Foto: colourbox.de

Die ursprüngliche Absicht, dass die jungen Leute dadurch so früh wie in anderen europäischen Ländern auf die Universitäten und ins Berufsleben gehen konnten, wurde von den oft nicht einmal Volljährigen in großem Umfang konterkariert. Denn freiwillige ökologische oder soziale Jahre erfuhren ebenso Hochkonjunktur wie ein Jahr Auslandsaufenthalt zum Arbeiten und Reisen.

Die Rolle rückwärts zum G9 ist konsequent, wird die Schulen aber erneut vor erhebliche Probleme stellen. Vor allem die Frage nach einem aus­reichenden Raumangebot dürfte Kopfzerbrechen ­bereiten. Auch die Schulbuchverlage stehen vor immensen Kosten: Sie werden die Vorlagen für G9 aktualisieren und wieder in den Druck geben müssen. Was lernt die Politik daraus? Hoffentlich dies: Zunächst die Voraussetzung für eine Neuerung schaffen und sie dann erst einführen.

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