Mo., 04.03.2013

„Abzocker-Initiative“ Schweizer Signal

Das Ende der nicht nur in der Schweiz gelebten Maßlosigkeit? In dem ein oder anderen Fall sicherlich – vorausgesetzt, die Aktionäre sind sich einig und verbannen selbstbewusst das Unwesen exzessiver Gehälter und Boni-Zahlungen für dies und das aus ihrem Unternehmen.

Von Wolfgang Kleideiter

In jedem Fall haben aber die Eidgenossen am Sonntag ein Signal in die Welt der Aktiengesellschaften ausgesandt. Die Botschaft ist simpel: Die Bürger haben mehrheitlich kein Verständnis für Vorstände und Aufsichtsräte, die beim Verdienst offensichtlich jede Hemmung verloren haben. Der Fall des abgehobenen Novartis-Aufsichtsratschefs Vasella, der tatsächlich 59 Millionen Euro Abfindung kassieren wollte, war selbst für die im Herzen wirtschaftsliberalen Schweizer unerträglich.

In der Alpenrepublik hatte die Politik zig Jahre Zeit, das heiße Eisen anzupacken und gemeinsam mit den AGs pragmatische Lösungen zu entwickeln. Jetzt muss sie sehen, wie sie in einem komplizierten Verfahren das Regelwerk umsetzt. Ob dies buchstabengetreu so gehen wird, wie die „Abzocker-Initiative“ fordert, wird sich zeigen. Auch deshalb bedeutet der Erfolg der Initiative nicht den Untergang für das Schweizer Wirtschaftsleben, er leitet aber einen Kulturwandel ein.

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