Absolute Fassungslosigkeit
Sa., 21.01.2012
SC Greven 09 unterliegt TSG Wismar mit 27:28 Toren
Sarah (links) Everding brachte eine sehr gute Leistung im Angriff, war nicht nur selbst erfolgreich, sondern holte noch einige Siebenmeter heraus.
Greven -
Wenn Unvermögen sich einen neuen Namen sucht, dann nennt es sich meistens Pech. Doch der kollektive Blackout der Handballdamen, der zur 27:28-Niederlage gegen das Schlusslicht TSG Wismar führte, hat nichts mit Pech zu tun. Eher damit, dass das Heinz-Team in diesem Labyrinth der Handballwidrigkeiten den Faden verlor, nicht mehr konsequent seine anfangs sehr guten Konzeptionen spielte und vor allem nicht mehr so oft von den Fehlern der Gäste profitieren konnte, weil diese ihre Angriffe im zweiten Durchgang häufiger als noch vor der Halbzeit mit einem Tor abschlossen. Deshalb fehlten halt die einfachen Tore, von denen Greven vor dem Seitenwechsel lebte.
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Denn die Zuschauer erlebten anfangs eine glänzend aufgelegte 09-Mannschaft. Sensationell, wie sich Sarah Everding durch die gegnerische Deckung wand. Abenteuerlich, wie Ania Jaszczuk beim Gegenstoß die Zweikämpfe annahm und sich auch gegen zwei Abwehrspielerinnen durchsetzte. Beeindruckend, wie schnell Anika Ziercke und Elke Thomassen nach vorne eilten und ihre Gegenstoßtore erzielten. Zeitweise lag 09 mit fünf Toren vorn (12:7), zur Halbzeit stand es 14:11.
Als wollten sie die Mannschaft von der Ostsee nicht nur attackieren, sondern versenken, kämpften sie weiter und lagen in der 38. Minute mit 20:12 Toren vorn. Als Nikki Schreurs ihren vierten Siebenmeter zum 23:18 verwandelte, gab keiner in der Halle nur einen Cent für die Wismarer Truppe.
Doch dann kam ein Bruch ins Spiel, Wismar hatte jetzt in Justine Steiner eine exzellente Torhüterin. Kam 09 zuvor orkanartig vor das gegnerische Tor, warfen die Spielerinnen jetzt martialisch mit Wattebäuschchen, sodass die TSG-Torhüterin selten Mühe hatte, ihre ganzes Repertoire zu zeigen. Flugs ging es zum Gegenstoß. Da hatte selbst die überragende Torhüterin Katrin Thiele keine Chance, ihre tolle Form auch in der Schlussphase zu demonstrieren.
Am Ende überschlugen sich die Ereignisse, beim Siebenmeterfestival blieb die Wismarer Torhüterin Saskia Borkowski gegen Nikki Schreurs beim Spielstand von 27:27 Siegerin. Da war noch eine Minute zu spielen. Clever nutzte die Gästemannschaft die Lücken in der Abwehr, sie holten acht Sekunden vor dem Ende der Begegnung noch einen Siebenmeter heraus, die die routinierte Liudmila Yermachek eiskalt verwandelte.
Am Ende standen die Spielerinnen fassungslos und verloren in der Halle. Als könnten sie gar nicht begreifen, das sie dieses Spiel noch hergeschenkt hatten.
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