Zweite Handball-Bundesliga
Fr., 27.01.2012
Handballerinnen des SC Greven 09 beim BSV Sachsen Zwickau / Balsam für die Seele gewinnen
Greven -
Es geht nicht nur um Punkte, wenn die Handballdamen des SC Greven 09 beim BSV Sachsen Zwickau spielen. Denn die Mannschaft muss wieder Selbstvertrauen gewinnen, wenn sie weiterhin eine gute Rolle in der Zweiten Bundesliga spielen will.
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Wie gut haben die Handballdamen den Schock der Niederlage gegen das Schlusslicht TSG Wismar verdaut? Auf diese Kernfrage weiß auch Trainerin Franziska Heinz vor dem Spiel beim BSV Zwickau (Samstag, 17 Uhr) keine Antwort. Wie sollte sie auch in die Köpfe der Spielerinnen, von denen sich jede ihre eigenen Gedanken macht, schauen können? „Wir haben am Montagabend lange darüber geredet. Es ist schwierig, Antworten darauf zu finden. Da muss auch jede Spielerin an sich selbst mental arbeiten“, sagt die erfahrene Trainerin.
Es ist nicht das erste Mal und vielleicht sogar ein Merkmal des Handballs, dass solche Dinge passieren wie am vergangenen Wochenende, als das 09-Team mit acht Toren Differenz führte (20:12) und am Ende gegen das Schlusslicht TSG Wismar mit 27:28 Toren verlor.
Statt Ruhe der Fall in die Lethargie, Dynamik mutiert zur Hektik. Die Mannschaft pendelt in bestimmten Spielsituationen – vor allem wenn sie hoch führt – zwischen zwei Polen. In einem Moment sind sie noch im festen Glauben, Berge versetzen zu können, im nächsten Moment stürzen sie in ein Jammertal, unfähig, sich im Verlauf des Spiels selbst wieder auf die Beine zu stellen.
Zwischen den Spielen liegen Trainingseinheiten, die mit Humor und Ironie einfacher zu bewältigen sind als mit einem „Straftraining bis zur Erschöpfung“, das den Kopf nur noch leerer machen würde. Denn die Mannschaft muss nach vorne blicken – Richtung BSV Zwickau. „Die haben der Papierform nach eine sehr gute Mannschaft“, weiß Franziska Heinz, dass der Gastgeber bisher unter seinen Möglichkeiten gespielt hat. Der Gegner ringt ihr Respekt ab – aber auch nicht mehr.
Im Hinspiel gab es beim 36:35-Sieg ein Torefestival, das das 09-Team mit einer aggressiveren Abwehr verhindern will. Dabei baut sie darauf, dass ihre Mannschaft das ins Spiel transportieren, was sie in der Besprechung selbst eingefordert hat. „Wir haben uns zuletzt nicht mehr gegenseitig vertraut“, stellte sie beim stundenlangen Videostudium fest. Zu hoch attackiert, keine Zuordnung bei den Freiwürfen – Franziska Heinz hat die Fehler analysiert und angesprochen.
Jetzt müssen die Spielerinnen das umsetzen, was ihr die Trainerin mit auf den Weg gegeben hat – und was sie wohl auch selbst festgestellt haben. Doch das wird nicht so einfach sein. Kohlehydrate für die Energiereserven kann man mit viel Nudeln zu sich nehmen. Die Muskeln, Sehnen und Bänder kann man trainieren, Doch Balsam für die Seele kann man nirgends kaufen. Die Spielerinnen müssen sich ihr Selbstbewusstsein im Training mit vielen gelungenen Aktionen – ob Angriff oder Deckung – selbst wiederholen. „Jede einzelne Spielerin muss mental an sich arbeiten.“ Die Forderung der Trainerin steht – die Spielerinnen können bereits in Zwickau die Antwort geben und damit Balsam auf die zuletzt arg verletzte Seele streichen.
