Greven

So., 05.09.2010

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Taskin setzt „Lucky Punch“

Freude aufseiten der 09er: Zwei Spieler, die für den Sieg verantwortlich waren: Torwart Henrik Mester war ein Meister seines Fachs, Serkan Taskin (rechts) sorgte mit seinem Seitfallzieher für die Entscheidung.Foto: (wik)
Von Winfried Kitzmann

Greven - „Was ist das hier für eine Friedhofsruhe?“, fragte der verspätete Zuschauer beim Stadioneintritt verwundert. In der Tat. Zur Beerdigung der Illusion, dass ein Derby zwischen DJK Blau-Weiß und Greven 09 immer voller Emotionen auf dem Rasen und Rängen gerät, fanden sich nur etwa 300 Zuschauer ein. „Ich hatte von den Blau-Weißen wenigstens mal eine La-Ola-Welle erwartet“, wunderte sich auch anschließend 09-Trainer Roland Jungfermann nach dem 2:0-Sieg seiner Elf in der Emsaue. „So ein Derby zu verlieren, das tut richtig weh“, gestand DJK-Trainer Michael Menke, „denn es war mehr drin“.

War es der gegenseitige Respekt, der die Spieler hemmte, auch mal richtig „zur Sache“ zu gehen? War es die Angst davor, Fehler zu machen? Wenn ja, sollten sie Recht behalten, denn darin überboten sich beide Seiten über weite Strecken.

Auch wenn Patrick Fechtel kurz nach dem Anpfiff mit seinen beiden Schüssen im Sekundentakt das erste Ausrufezeichen setzte, so gaben doch die Blau-Weißen in der ersten Halbzeit den Ton an. Vitali Braun lief alleine auf 09-Torwart Hendrik Mester zu (11.), doch statt den Abschluss zu suchen, spielte er den Ball quer zu Dominic Tomasso. Doch der war gut abgeschirmt. Die Chance vertan. Wie so viele in der ersten Halbzeit. Chris Helmig (20.), Tomasso (32.), Braun (33.) Florian Micke (35.) tobten sich vor dem Tor aus. Doch alle fanden sie ihren Meister in Mester, der eine überragende Partie ablieferte und zum Fels in der Abwehrbrandung der 09er avancierte. Wobei man von Abwehr über weite Strecken nicht reden durfte. Zu indisponiert standen die 09er oftmals vor ihrem eigenen Gehäuse. Da Marius Mewald in der ersten Halbzeit Ahmed Sönmez ausschaltete, stotterte auch der Angriffsmotor der 09er. Lediglich Fechtel prüfte Ebbigmann ein weiteres Mal.

Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte zunächst Blau-Weiß das Geschehen. Einen Freistoß vom eingewechselten Nicolai Lange vereitelte Mester mit einer Glanzparade, und auch Tomasso scheiterte, schoss zu ungenau. Nach einem starken Auftritt von Henning Stamm, der sich durchtankte, sein Schuss aber von Mester pariert wurde (70.), setzte erneut Fechtel ein Signal, doch Ebbigmann hielt seinen Kasten weiterhin sauber. Dann gelang es Serkan Taski, wovon viele Boxer nur so träumen: Ein Lucky Punch. Jener Glückstreffer aus dem Nichts, wenn man schon am Boden lag, angezählt wurde und nur noch auf den K.o. wartet. Nach einem Freistoß von Luca Jungfermann versetzte er der DJK mit dem Seitfallzieher den entscheidenden Schlag, von dem sich der Gastgeber nicht mehr erholte (75.).

Der Gong für die letzte Viertelstunde läutete auch die Strategie der 09er ein. Mit bis dahin nicht gesehener Spritzigkeit fuhren sie ihre Konter. Jungfermann hatte längst reagiert, Sönmez spielte mehr auf der linken Seite und der eingewechselte Fabian Rink versorgte beide Außenspieler mit Zuckerpässen. Einen davon brauchte der Sohn des Trainers nur noch einzuschieben. Wie sagte ein Zuschauer? „Den hätte meine Oma auch reingemacht.“ Der Schlusspfiff ging im Jubel der 09er unter, die Blau-Weißen trauerten den die vielen vergebenen Chancen, die sie einfach nicht genutzt haben, um dieses Derby für sich zu entscheiden und begruben ihre Träume, daheim ein Derby zu gewinnen.

DJK: Ebbigmann, Brands, O. wiethölter, M. Mewald, Schulte, Stamm, Micke, Chr. Helmig, Tomasso, A. Mewald, (76. Kruhl), Braun (46. Lange).

09: Mester, Taskin, Kisters, Bruland, Wessels, Steinkamp, Jungfermann, Saado (60. Loose), Fechtel, Sönmez, Averweg (80. Rink).


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