Fußball-Bezirksliga 11
Mo., 20.02.2012
Ein rabenschwarzer Nachmittag
Timo Woltering (am Ball) und Johannes Richter hatten ebenso wie ihre Teamkollegen einen rabenschwarzen Tag erwischt.
Lüdinghausen -
Jetzt hat es auch den SC Union Lüdinghausen erwischt: Der Fußball-Bezirksligist kassierte im Nachholspiel gegen den FSV Gescher die erste Niederlage in dieser Saison. Und die war auch noch hochverdient.
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„Das war ein deutliches Zeichen, wie es aussieht. Wenn es Leute gab, die schon am Feiern waren und von der Meisterschaft erzählten, dann sind sie jetzt auf dem Boden der Tatsachen angelangt.“ Desillusioniert stand Trainer Uli Leifken unmittelbar nach der 1:2-Niederlage gegen FSV Gescher im Unterstand an der Seitenlinie.
Es war ein rabenschwarzer Samstagnachmittag für die Bezirksliga-Fußballer von Union Lüdinghausen. Dass die unerwartete Niederlage gegen den bisherigen Tabellen-Zwölften den Sprung auf Platz eins und damit die Herbstmeisterschaft verwehrte, dass die Niederlage die erste in dieser Saison überhaupt war, wird sicherlich leichter zu verschmerzen sein als die Umstände. Denn der Auswärtssieg der Gäste war mehr als hochverdient, auch über ein 0:2 oder 0:3 hätte sich der Meisterschafts-Mitfavorit nicht beklagen können.
Von Beginn an kauften die Gescheraner den Hausherren durch aggressives Forechecking den Schneid ab. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld setzte sich FSV-Spieler Bastian Altrogge auf der rechten Seite durch, spielte auf den in der Mitte stehenden Timon Paß weiter, der sich durch den Lüdinghauser Strafraum wurstelte und den Ball schließlich zur Führung einschoss.
Als Union-Stürmer Florian Fricke sieben Minuten später nach einer Flanke von Patrick Drees über die Latte köpfte, wirkte das 0:1 nachträglich noch wie ein Weckruf für Union. Doch nicht lange: Die Lüdinghauser fanden kein Rezept gegen die offensiv verteidigenden Gäste, die auch vorne – fast – alles richtig machten: In der 18. Minute brauchte Thomas Altrogge nur noch den Fuß zum 0:2 hinzuhalten. Er tat es nicht, und die Lüdinghauser Fans konnten noch einmal durchatmen.
Vier Minuten später war es dann aber soweit. Ein Weitschuss von Marcel Tenbrink brachte den Gescheranern den Lohn für ihr cleveres und engagiertes Spiel. Weitere sechs Minuten später verhinderte Alexander Steffen, der für den kranken Nils Depenbrock im Union-Tor stand, das 0:3. Im Gegenzug traf Fricke nur den Pfosten. Kurz darauf scheiterten Johannes Richter (31.), Patrick Drees (33.) und Nikolai Reimer (37.) – nun lag der Anschluss in der Luft.
Zur Pause brachte Leifken Offensivkraft Markus Rips für Verteidiger Philipp Heimsath. Ein Lattenschuss von Rips (55.) schien den Coach zu bestätigen. Doch die Lüdinghauser Angriffe waren zu behäbig, liefen über zu viele Stationen und endeten zu oft mit Fehlpässen. Auch hinten leistete sich Union gefährliche Ballverluste: Zwei Mal musste die Latte retten (64./76.), ein drittes Mal verhinderte Steffen das 0:3 (84.).
Weil die Gäste nun wieder mehr nach vorne agierten, entstanden Freiräume in der FSV-Hälfte, die die Gastgeber zum 1:2 nutzen konnten: Thomas Piorunek tankte sich auf der rechten Seite durch und bediente Fricke, der Union mit seinem Treffer wieder Hoffnung gab.
Doch die Gastgeber hatten ihr Pulver verschossen, anders als der FSV. Kevin Dücker hatte in der Nachspielzeit das 1:3 auf dem Fuß, scheiterte aber an Steffen.
Union: Steffen – Piorunek, S. Drees (87. Beermann), Heimsath (46. Rips), Reimer – Schnaase (79. Schulte), P. Drees, Woltering, Albrink – Fricke, Richter. Tore: 0:1 Paß (6.), 0:2 Tenbrink (22.), 1:2 Fricke (86.). Bester Spieler: Steffen.