Fußball-Saisonvorbereitung
Do., 09.02.2012
Übungseinheiten im Dauerfrost
Die Spieler haben es zurzeit besser als die Trainer. Während diese, wie hier Union-Coach Uli Leifken (l.) und sein Co Jürgen Heßeler, dick eingepackt am Rand stehen, müssen die Kicker nur die Hände schützen und sich ansonsten in Bewegung halten. Die Davensberger, hier Farok Atalan, können zurzeit allerdings gar nicht kicken.
Lüdinghausen -
Der Dauerfrost hat auch die Trainingsplätze der Landes- und Bezirksligisten fest im Griff. Mit unterschiedlichen Konsequenzen: Die einen konnten noch gar nicht gegen den Ball treten, die anderen passen die Übungseinheiten den Temperaturen an.
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Temperaturen weit im Minusbereich haben das Münsterland fest im Griff. Doch viele Menschen müssen raus, nicht nur beruflich. Beeinträchtigt der Dauerfrost die Saisonvorbereitung der Fußballer – und wenn ja, wie weit?
„Bis jetzt noch nicht, weil wir noch gar nicht angefangen haben“, antwortet Christian Bentrup, Trainer des SV Herbern. Der Landesliga-Spitzenreiter steigt erst am Freitag wieder ins Training ein. Doch Bentrup schaut nicht besorgt auf Thermometer und Kalender: „Ich denke, so lange es keinen Schneefall gibt, ist das kein Problem.“ Andernfalls sei der Kunstrasen nicht bespielbar. Und die Verletzungsgefahr? „Klar, wenn der Boden gefroren ist, und man schlägt hart auf, ist das schon ein Problem“, sagt der SVH-Coach.
Ein Problem, über das sich Ismail Atalan, Trainer von Gemeinde- und Ligakonkurrent Davaria Davensberg, noch gar keine Gedanken machen muss. „Wir haben noch gar nicht den Ball gesehen“, so Atalan. Dabei begann der Trainingsplan der Davaren schon am vergangenen Freitag. Aber da es in Davensberg nur Naturrasen gibt, mussten sich die Fußballer bis heute auf drei Laufeinheiten beschränken. Wenn die Temperaturen nicht bald steigen würden, müsse er mit seinen Spielern zur Soccerhalle nach Münster fahren, so Ismail Atalan. „Aber auf Dauer ist das auch keine Lösung.“
Bezirksligist Union Lüdinghausen kennt diese Probleme nicht. Die Spieler von Uli Leifken sind seit drei Wochen im Training – mit dem Ball, denn auf dem Kunstrasen am Westfalenring seien die Übungseinheiten generell kein Problem. „Man sollte jetzt nur keine Übungen von Standardsituationen machen, wo die Spieler lange stehen müssen“, sagt Trainer Leifken. Auch die Bekleidung sei wichtig. Handschuhe und Mütze seien unabdingbar. „Es soll ja Spieler geben, die meinen, sie müssten bei solchen Temperaturen in kurzen Hosen erscheinen, um ihre Härte unter Beweis stellen“, so Leifken. Mache das einer von seinen Spielern, könne er sofort wieder nach Hause fahren und seinen Teil zur Mannschaftskasse beitragen.
„Da frieren wir Trainer uns mehr ab“, antwortet Holger Möllers auf die Frage, ob die Kälte den Spielern zusetze. Bezirksligist TuS Ascheberg ist seit fast drei Wochen im Training, drei bis vier Übungseinheiten stehen pro Woche an – bei einem ausgedehnteren Aufwärmprogramm kein Problem, so Trainer Möllers. „Man muss halt zusehen, dass die Spieler ständig in Bewegung sind.“
Anders sieht das Werner Apitzsch, Coach bei Ligakonkurrent Fortuna Seppenrade. „Der Platz ist angefroren, hart“, sagt Apitzsch, dessen Übungseinheiten auf Kunstrasen stattfinden. Der Zustand des Bodens erhöhe die Verletzungsgefahr. „Man kann das Trainingsprogramm nicht so einhalten, wie man das geplant hat“, so Apitzsch. Zudem sei aufgrund der frostigen Temperaturen die Trainingsbeteiligung nicht so gut. Der Frost behindere die gesamte Vorbereitung auf die Saison.
Und die ist nicht mehr lange hin: Am 26. Februar (Sonntag) stehen für TuS und Fortuna die ersten Ligabegegnungen wieder auf dem Plan. Union Lüdinghausen muss schon am 18. Februar (Samstag) zu Hause gegen Gescher ran. Für die Landesligisten Herbern und Davensberg dauert die Saisonvorbereitung noch bis zum 18. März (Sonntag).
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