Lüdinghausen

Mi., 01.09.2010

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Leidenschaft fürs Gespannfahren

Ein klasse Team: Martin Fischer (r.) bestreitet mit seinem Neffen Sebastian Aust seit knapp drei Jahren Rennen. Foto: (chh)
Von Christian Heitbaum

Ascheberg - Bis zum vergangenen Samstag standen für Gespannfahrer Martin Fischer in der B-Lizenz-Klasse als größte Erfolge zwei zweite Plätze in Osnabrück und Leipzig sowie ein dritter Platz in Bad Hersfeld zu Buche. Nun holte der Ascheberger zum großen Schlag aus. Beim Flutlichtrennen am Samstag in Bad Hersfeld gewann Fischer mit seinem Beifahrer Sebastian Aust ganz souverän. Das Team siegte in allen drei Läufen.

„Wenn man einmal angefangen hat, ist es schwer aufzuhören, weil es so viel Spaß macht.“ So beschreibt Fischer seine Leidenschaft für das Gespannfahren. Diese entdeckte er als Mechaniker bei zwei Solofahrern. Er unterstützte sowohl Jens Klein aus Lüdinghausen als auch Paul Bauer aus Elisabethzell. Vor etwa drei Jahren beschlossen Fischer und ein Kumpel, als Gespann selbst aktiv zu werden. Doch es kam anders: Die beiden gingen nie gemeinsam an den Start. Bei der Suche nach einem Ersatz wurde Fischer bei seinem Neffen Sebastian Aust aus Menden fündig. Wie er arbeitet auch Aust selbstständig im Forstbetrieb.

Der Start verlief abenteuerlich, weil der neue Partner keine Vorkenntnisse hatte. Das Motto war: „Einfach draufsetzen und mitfahren“. Das Motorrad kaufte Fischer aus Friedberg in der Nähe von Frankfurt. Es wurde von einem anderen Team gebaut und benutzt.

„Das erste halbe Jahr habe ich mich komplett selbst um die Maschine gekümmert“, berichtet er. Als der Aufwand zu groß wurde, holte er den Mechaniker Thomas Büssing aus Werlte mit ins Boot, der seitdem bei fast allen Rennen dabei ist. Wenn Büssing verhindert ist, kann sich Fischer auf Jörg Krampe aus Ascheberg verlassen, mit dem er gut befreundet ist.

Bislang ist das Gespann von größeren Blessuren verschont geblieben: „Sobald es losgeht, denkt man nicht über Gefahren nach. Dazu bleibt auch gar keine Zeit“, erzählt Fischer. Außerhalb des Rennens sei das anders: „Christian Hülshorst vom AMSC Lüdinghausen, ein guter Freund von mir, ist vor kurzem schwer gestürzt. Darüber macht man sich natürlich seine Gedanken.“ Schon öfter stand er deshalb kurz vor dem Aufhören. Der Ehrgeiz setzte sich bislang aber immer durch.

Für sein Hobby nimmt Fischer einen enormen Aufwand in Kauf. Pro Jahr macht er bei etwa 20 bis 25 Rennen mit, nur in diesem Jahr trat er etwas kürzer. Für das Training fährt er in das 135 Kilometer von Ascheberg entfernte Wagenfeld. Für den dort ansässigen MSC geht er seit rund einem Jahr an den Start. „Dort habe ich eine Bahn, auf der ich vier bis zehn Mal im Jahr üben kann“, erläutert er die Hintergründe. Deshalb verließ er den AMSC Lüdinghausen, der mit dem Westfalenring eine reine Wettkampfbahn besitzt. Ohne seine Sponsoren, betont Fischer, könne er den teuren Sport nicht ausüben.


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