Lüdinghausen

Do., 17.06.2010

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Steht Fußballkreis vor dem Ende?

Bisher lagen die Vereine im Fußballkreis Lüdinghausen - hier eine Szene aus der Begegnung VfL Senden gegen SV Herbern 2 - relativ eng beieinander. Geht es nach dem FLVW, könnte sich das bald ändern.Foto: (chrb)
Von Christian Besse

Bezirk Lüdinghausen - „Wenn das 1:1 umgesetzt wird, sehe ich schwarz.“ Für Werner Kretschmer, Vorsitzender des Fußballkreises Lüdinghausen, brachte die jüngste Verbandstagung des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) nicht unbedingt gute Nachrichten: Der FLVW will wegen der zukünftigen demografischen Entwicklung die Zahl der Fußballkreise von jetzt 34 um rund ein Drittel reduzieren.

Für Kretschmer ist absehbar, dass der vergleichsweise kleine Fußballkreis Lüdinghausen als einer der ersten geopfert werden würde. In diesem Fall würden, so vermutet der Kreisvorsitzende, die Vereine den entsprechenden politischen Kreisen zugeordnet werden. Union Lüdinghausen etwa würde dann zu einem neuen Fußballkreis Coesfeld stoßen, die Vereine in Selm und Werne müssten sich Richtung der Kreisstadt Unna orientieren.

Damit würden die Vereine in jedem Fall in eine Randlage geraten, die Fahrten zu den Ligaspielen länger. Was vor allem für die Jugendmannschaften Konsequenzen hätte, so Kretschmer. Viele Eltern, die sich bisher für die Fahrten zu den Auswärtsspielen zur Verfügung gestellt hätten, würden abspringen, die Nachwuchsteams ausgedünnt. Der finanzielle Mehraufwand für die Fahrten würde bei den Vereinen zusätzlich zu Buche schlagen.

Wenig Verständnis hat Werner Kretschmer, der dem Fußballkreis Lüdinghausen seit 1978 vorsitzt, dafür, dass die FLVW-Kommission bei der Ausarbeitung ihres Konzepts demografische Daten nicht etwa für die nähere Zukunft, sondern erst für das Jahr 2050 zugrunde legen.

In drei Jahren tagt der nächste Verbandstag, der die von einer Kommission entwickelten Pläne beschließen könnte. Doch Möglichkeiten, bis dahin Widerstand gegen eine drohende Auflösung des Fußballkreises zu organisieren, sieht Kretschmer nicht: „Da würden die kleineren Fußballkreise nicht mit durchkommen.“ Und: „Ich kann mit ,Nein stimmen, wenn das zur Sprache kommt“, sagt der 68-jährige Nordkirchener. „Aber das wäre eine Stimme von 33.“


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