Lüdinghausen
Fr., 26.03.2010
Zwiebler warnt vor Lässigkeit
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Lüdinghausen - Vier Mal in Folge nahmen die Badminton-Cracks vom 1. BC Beuel zuletzt erfolglos die Deutsche Meisterschaft in Angriff. Diesmal soll es klappen. Am Wochenende will die Mannschaft von Trainer Marc Hannes, die in der Saison 2004/05 das bisher einzige Mal den Titel holte, wieder ins Finale einziehen - in den beiden Halbfinals gegen Union Lüdinghausen.
Die Bonner sind klarer Favorit. Nicht nur, dass sie die Normalrunde der Bundesliga als Erste abschlossen haben (Union wurde mit acht Punkten Rückstand Vierter). Die beiden direkten Duelle mit den Lüdinghausern entschied Beuel ebenfalls deutlich für sich. Im September siegten sie in Bonn mit 6:2. Für Lüdinghausen punkten konnten nur Endra Kurniawan und Karin Schnaase, die das Dameneinzel kampflos gewann. Ihre Gegnerin Heather Olver hatte für die verletzte Elisabeth Cann einspringen sollen, sich gegen die Lüdinghauserin dann aber doch keine Chancen ausgerechnet.
Im Rückspiel hätte Union wohl auch mit 2:6 verloren, hätte Kurniawan im zweiten Satz gegen Ian Maywald nicht einen Kreuzbandriss erlitten. So blieb den Gastgebern nur der Punkt, den Karin Schnaase und Carina Mette zuvor im Damendoppel hatten holen können.
In den jeweils zwei Damenpartien und „in einem der Herrendoppel“ sieht Marc Zwiebler noch die größten Chancen für Union, dem Favoriten im Halbfinale gefährlich zu werden. Der mehrfache Deutsche Meister im Herreneinzel steht in den Reihen von Bonn-Beuel, möchte mit seinen Mitspielern am Sonntag in Lüdinghausen den Einzug ins Finale feiern.
„Allerdings dürfen wir die Spiele gegen Union nicht auf die leichte Schulter nehmen“, warnt die Nummer eins des Favoriten im Gespräch mit den WN. „Sonst besteht die Gefahr, dass sich einer auf den anderen verlässt.“ Selbst anbrennen lassen will Zwiebler auf keinen Fall etwas. Er ist sich ziemlich sicher, dass er seine beiden Herreneinzel gegen Yuhan Tan gewinnt. „Aber leicht wird es nicht werden“, weiß Deutschlands bester Einzelspieler.
Personell kann Beuels Trainer Hannes aus dem Vollen schöpfen. Lediglich hinter dem Einsatz von Maywald steht ein kleines Fragezeichen. Der Einzel- und Doppelspieler klagt über Rückenschmerzen. Wahrscheinlich in beiden Halbfinals zum Einsatz kommt die Nummer zwei im Herreneinzel, Rajiv Ouseph. Der Engländer, den die Bonner zu Anfang dieser Saison geholt hatten, war aufgrund von Verletzungsproblemen in der Normalrunde gegen Lüdinghausen nicht zum Einsatz gekommen.
Für Marc Zwiebler und seinen Vater Karl-Heinz bedeuten die Halbfinals gegen Union auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Zwiebler senior stand zu seinen eigenen aktiven Zeiten dem heutigen Teammanager von Union, Michael Schnaase, regelmäßig am Netz gegenüber, meist bei Deutschen Meisterschaften. Zwieblers Frau Eva maß sich über Jahre hinweg mit Barbara Schnaase, die heute an der Seite ihre Mannes die Lüdinghauser Bundesligamannschaft betreut.
Aus den immer wiederkehrenden Partien erwuchs nicht nur die normale sportliche Rivalität, sondern auch eine Freundschaft zwischen zwei Familien. „Mich verbindet mit Schnaases sehr viel“, sagt Marc Zwiebler, der als Jugendlicher seine Ferien oft in Lüdinghausen verbrachte. Mit Karins älterem Bruder Christoph Schnaase spielte der Bonner oft im Doppel, bevor der Lüdinghauser mit dem Badminton verletzungsbedingt kürzer treten musste.
Das menschliche Verhältnis zwischen den Spielern beider Vereine sei noch heute ausgezeichnet, betont der Deutsche Meister. „Deshalb freuen wir uns auch darüber, dass Union es ins Halbfinale geschafft hat.“
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