Lokalsport Münster
So., 18.09.2011
Hip Hop, Hot Dogs, Dämmerlicht
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Münster - Streetball ist in den USA besonders beliebt. In den Hinterhöfen von New York bis Los Angeles spielen ein paar Jungs täglich auf Asphalt gegeneinander Basketball. Im dämmernden Licht, umgeben von mit Graffiti verschmierten Mauern hoffen sie auf den Sprung zum Star. „Dort ist Streetball als Ghetto-Sport bekannt“, sagte Tim Brentjes vom Deutschen Basketball-Bund. Doch auch die Deutschen Streetball-Meisterschaften, die am Wochenende in den Osmohallen ausgerichtet wurden, umwehte ein Flair von der Straße.
Die Luft war miefig, aus den Lautsprechern wummerte laute Hip-Hop-Musik, grelle Scheinwerfer leuchteten die dunkle Halle an den Feldern aus, wo auf engem Raum in Schlabberhosen gespielt wurde. Die Atmosphäre liebten die Protagonisten, über 90 Teams und 360 Sportler waren bei den Wettkämpfen dabei, die Organisator Jens Schneider „als Höhepunkt des Streetball-Jahres“ titulierte: „Wenn auf Beton gespielt wird, die Körbe etwas schief hängen und es nach Industrie aussieht, ist es erst richtig schön.“
Doch nach drei Meisterschaften in Folge in Münster droht für 2012 erst einmal eine Pause. Da offen ist, was mit den Osmohallen nach dem Verkauf passiert, plant der Verband im nächsten Jahr eher mit einem anderen Standort, wie Brentjes betonte. „Wir brauchen halt früh Planungssicherheit. Wenn nicht klar ist, was mit der Immobilie geschieht, ist das nicht gewährleistet.“ In den folgenden Jahren sei der DBB aber bereit, mit Münster über die Austragung weiterer Titelkämpfe zu diskutieren, auch an anderen Standorten der Stadt. „Wir haben uns hier echt wohl gefühlt, es ist hier richtig toll gelaufen.“
So lockten die Streetball-Championships in Münster vor allem Fans, die im Verein oder freizeitmäßig auf der Straße zocken. Mit Leidenschaft, mit Liebe zum Basketball. Von kleinen Kindern bis zu Profis aus der 2. Bundesliga war alles am Start, um intensiv zu spielen. „Drei gegen drei“ auf einem kleinen Feld, ohne Schiedsrichter, alle Entscheidungen mussten die Mannschaften untereinander ausmachen. „Das stärkt Integration und Kommunikationsfähigkeit“, so Schneider. Dazu gab es Wettbewerbe, in denen die Spieler ihre Talente bei Freiwürfen, Dreiern und Dunks beweisen konnten.
Auch Lokalmatadoren waren in den Hallen am Start, vor allem die Abo-Sieger von „Germany´s Hope“, die zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister wurden, diesmal im Jahrgang 1994/95. Die Jungs mit Spielern aus verschiedenen Teams des UBC Münster genossen die Stimmung in der Halle. „Die Musik ist genial, in den Ferien spielen wir auch in unserer Freizeit oft auf die Körbe der Stadt“, sagte Regionalliga-Spieler Stefan Wess, der zusammen mit David Blome, Simon Degenkolbe, Patrick Schulte und Lars Peters triumphierte.
Durch die Luft wehte der Duft von der nahe gelegenen Hot-Dog-Bude, die Musik wummerte weiter durch die Gemäuer. Auch sie fühlten sich wohl in der heimischen Halle. „Es wäre schon schade, wenn die Meisterschaften nicht mehr in Münster stattfinden würden.“
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