Lokalsport Münster
So., 05.09.2010
Kunstschüsse gegen VfL
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Münster - Während seine Schützlinge das erste Heimtor der neuen Landesliga-Saison bejubeln durften, musste VfL Wolbecks Trainer Carsten Becker krankheitsbedingt das Bett hüten. Doch nicht nur aufgrund der verpassten Premiere wird er sich ärgern, denn seine Mannschaft lieferte sich mit dem SV Zweckel einen genialen Schlagabtausch, die Zuschauer bekamen einiges für ihr Eintrittsgeld geboten. Zwar siegten die Gäste mit 4:1, doch dieses deutliche Ergebnis täuscht ein wenig über die couragierte Leistung des VfL hinweg. So sah es auch Becker-Vertreter Telmo Sousa: „Die Niederlage ist sicherlich etwas zu hoch ausgefallen.“
Zugegeben, der angereiste Favorit begann dominant, Wolbeck fand kaum ins Spiel und geriet gerade in der Abwehr immer wieder in brenzlige Situationen. So wurde ein SV-Freistoß nach einer Viertelstunde nur unzureichend aus dem eigenen Strafraum geklärt, nämlich genau vor die Füße von Zweckels Kapitän Andre Koch. Aber was der dann mit dem Leder anstellte, sieht man gerade in der Landesliga nun wirklich nicht alle Tage. Aus gut und gerne 35 Metern hämmerte er einen satten Schuss genau in den Winkel, Torwart Moritz Ostrop flog gleich mit ins Netz. Wahnsinn, ja fast Weltklasse, 1:0. Wolbeck stand da noch staunend Spalier, schüttelte sich dann aber kurz und antwortete in Person vom quirligen Ousseni Labo, der mit einem schönen Steilpass Kim Terhaar in Szene setzte. Der schoss mutterseelenallein allerdings nur SV-Keeper Dennis Grüger an, Riesenchance zum Ausgleich fahrlässig vertan. Auf der anderen Seite bestätigte Jan Trampe einen Verdacht im Hinblick auf das Training vom SV Zweckel. Denn nach Kochs Geniestreich legte er nach und knallte den Ball aus 16 Metern per Dropkick in die Maschen, natürlich wieder in den Winkel. Klarer Fall, auf dem Übungsplan der Gäste stehen offensichtlich Sonntagsschüsse. 2:0 nach 36 Minuten, und sie hätten noch vor der Pause erhöhen müssen, aber den Ball aus kurzer Entfernung und dann auch noch völlig frei einfach einzuschieben, das war Michael Krakala wohl zu einfach. Halbzeit - es sah düster aus für die Hausherren.
Immerhin kamen sie mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch aus der Kabine, Michael Kluczniok vergab die dicke Möglichkeit zum Anschlusstreffer allerdings kläglich. Labo machte es nicht besser, als er nach 54 Minuten einen Elfmeter verschoss. Im Gegenzug musste der Pfosten für Wolbeck retten, das Spiel nahm hochdramatische Züge an. Nach Abschlag Ostrop verschätze sich die SV-Innenverteidigung, Nutznießer war Terhaar, der sicher vollstreckte. Nur noch 2:1 (58.). Aber eshalf nur wenig, denn hinten brach wieder das Wolbecker Chaos aus. Nachdem Mike Möllensiep zwei Großchancen links liegen ließ, traf er im dritten Anlauf. Und erstaunlicherweise recht unspektakulär. 3:1 nach 69 Minuten - das war die Vorentscheidung. In der Nachspielzeit erhöhte Krakala per Schlenzer ins Eck zum 4:1-Endstand.
VfL Wolbeck: Ostrop - Mohammadi (65. Herdin), Möller, Leonard, Hessel - Neuenstein, Kluczniok, Pohlmann, Nusue Mangue (76. Becker) - Labo, Terhaar.
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