Mo., 04.03.2013
Preußen-Sieg im Derby Kara-Hattrick macht Münster glücklich
Münster -
Der SC Preußen Münster bleibt ein heißer Kandidat für den Aufstieg. Ein lupenreiner Hattrick von Mehmet Kara bescherte dem SCP einen höchst eindrucksvollen 3:1 (3:1)-Erfolg über den VfL Osnabrück und den Preußen-Fan einen außerplanmäßigen Feiertag. Auch wenn die Konkurrenten aus Bielefeld, Karlsruhe und Heidenheim ebenfalls dreifach punkteten, dürfte dieser Preußensieg ligaweit für nachhaltigen Eindruck gesorgt haben.
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Kara selbst war nach der Partie aus nachvollziehbaren Gründen mit sich und der Partie hochzufrieden. "Das war ein tolles Spiel der ganzen Mannschaft", lobte der Matchwinner das Preußen-Kollektiv. Bescheiden soll am Abend auch die Feier ausfallen: "Ich fahre nach Hause zu meiner Frau und meinen Kindern. Ich bin froh, wenn ich wieder zuhause bin." Ruhe finden nach einem denkwürdigen Fußballtag.
"Münster wie im Rausch"
Auch Preußen-Trainer Pavel Dotchev pflegt eher bescheiden zu feien, die Freude über den gelungenen Coup konnte und wollte er jedoch nicht so ganz verhehlen, aber: "Die drei Tore hätten uns eigentlich gut tun sollen. Leider haben wir dann nur noch verwaltet. Nach dem Gegentor war klar, dass die zweite Halbzeit wieder offen wird."
Claus-Dieter Wollitz spiegelte die andere Seite der Emotionsskala: "25 gebrauchte Minuten", attestierte er seinem Team, "da spielte Münster wie im Rausch." Anschließend sah er sein Team durchaus auf Augenhöhe -- "Unsere Jungs haben Qualität und haben Power. Ich bin mehr als stolz auf meine Jungs." Auch eine Sicht der Dinge.
Dennis Grote, Amaury Bischoff und Fabian Hergesell. Diese drei Preußenspieler dürften als heißeste Anwärter auf den Titel beste Nebenrolle des Spiels gelten, alle drei durften dem neuen König von Münster je einmal assistieren. Die Hauptrolle wird im Preußenstadion derzeit nicht mehr diskutiert: Mehmet Kara legt einen Baustein nach dem anderen auf sein Denkmal in Münster. Vor fünf Wochen kehrte der 29-Jährige mit Tränen in den Augen zurück in seine „Lieblingstadt“ zu seinem „Lieblingsverein“. Vor zwei Wochen spielte er erstmals von Anfang an und zahlte Trainer Pavel Dotchev das Vertrauen mit zwei Treffern zum 2:0-Erfolg gegen Halle zurück.
„Was für ein geiler Typ!“
Besser geht es nicht? Doch! Ausgerechnet gegen den fußballerischen Erzfeind aus Osnabrück legte Kara in rekordverdächtiger Art und Weise nach: 1:0 (13.) – Kara vollendet nach Zuspiel von Grote; 2:0 (19.) – Kara umspielt nach Zuspiel von Bischoff VfL-Keeper Manuel Riemann und schiebt aus 18 Metern ein; 3:0 (26.) – Hergesell sieht Kara, der umspielt im Strafraum drei lilaweiße Gegenspieler und vollendet für einen lupenreinen Hattrick. „Was für ein geiler Typ“, kommentiert der Stadionsprecher.
Die Preußen-Fans unter den 15000 Zuschauern sind in Feierstimmung, daran ändert auch der Anschlusstreffer von Simon Zoller (39.) nichts. Im Gegenteil: Dieses Tor bringt auch die Spannung zurück ins Spiel, das Derby bleibt sehenswert. Osnabrück erspielt sich Torchancen, Preußen-Fans und -Spieler müssen wachsam bleiben, und tun dies auch.
Taylors Flaute hält an
Der Osnabrücker Anschlusstreffer war im Übrigen auch das erste Gegentor, das Preußen-Keeper Daniel Masuch seit dem 3. November (3:2 gegen RW Erfurt) im eigenen Stadion kassierte. Genau so lange herrscht auch die Torflaute von Goalgetter Matthew Taylor. Diese Serie, das ist der Wemutstropfen aus Preußensicht, dauert an. Nach 78 Minuten war sein Dienst beendet, Marco Königs durfte bis zum Feierabend ran.
Patrick Kirsch hat nach 50 Minuten das 4:1 auf dem Kopf, in der Folge verflacht das Spiel, Münster hält nur noch partill den Druck aufrecht, Osnabrück hält dagegen – im Rahmen seiner Möglichkeiten. Wie ein Spitzenreiter spielt der VfL an diesem Nachmittag nicht, die Preußen schon eher. Und was macht Mehmet Kara im zweiten Abschnitt? Er wird 19 Minuten lang hartnäckig vom eingewechselten Marcus Piossek, bis dieser nach 64 Minuten und zwei gelben Karten wieder vom Platz geht. In Überzahl schaukelt der SCP den hochverdienten Erfolg über die Zeit – auch wenn unnötige Lässigkeiten das Preußenvergnügen mitunter ein klein wenig trüben konnten – dem guten Gesamteindruck aber nicht wirklich schadeten.
Vor dem Anpfiff knallte es im Gästeblock
Den ersten Sieg hatten schon vor dem Anpfiff die Preußen-Fans gegen die Anhänger des VfL gewonnen – und zwar haushoch. Während es in der Gästetribüne knallte und zischte, lila Rauch die Sicht vernebelte, versank die komplette Gegenseite in einem beeindruckenden grün-schwarzen Fahnenmeer. Leider brannten auch hier Mitte der zweiten Halbzeit die Fackeln. Dennoch: „Alles, was mich glücklich macht, finde ich in meiner Stadt“, stand auf einem Spruchband, vor der Bande waren Bilder der münsterischen Sehenswürdigkeiten ausgestellt. Prinzipalmarkt, Aasee – nur ein Motiv fehlte und wird sicher in Kürze nachgeliefert: Mehmet Kara.
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